Mittwoch, 5. Oktober 2011

Grandiose Landschaft, aber Winter’s Bone gibt es auch in Alaska

Wir tanken Wasser am Hafen, ein großer Kran zum Herausheben der Schiffe nähert sich, wir stehen im Wege! Aber der Typ, wirklich ein Typ mit seit Jahrzehnten ungeschnittenen Haaren (Bart und Kopf) und natürlich Sonnenbrille (die Sonne ist nur zu erahnen), der den Kran per Fernbedienung fährt, kommt auf mich zu und meint, ich solle mir Zeit lassen. In Deutschland wäre ich sicher angemeckert worden und hätte sofort wegfahren müssen. Er erklärt mir die Fernbedienung, sogar gehupt wird damit und ich ihm den 1017. Dann meint er, wir hätten ein super Karma bei dem Wetter auf unserer Reise. Ich denke an den Dempster Highway und sage dazu nichts.
Hinter dem Thompson Pass wird das Wetter wieder weiß-blau, also Wolken mit viel Sonne.
Die Ausblicke sind einfach mit nichts zu beschreiben außer mit gigantisch. Die Fünftausender der Wrangells Mountains, voran der Mt. Saint Elias (zweithöchster Berg Nordamerikas mit 5489m) erstrahlt in der Sonne. Nach der Abzweigung bei Denallen fahren wir nach Westen und schauen auf das Küstengebirge im Süden, die Chugach Mountains. Bis zum Abend haben wir sicher ein Dutzend Gletscher gesehen.  Und im Norden, ganz weit weg, ragt ein spitzer Kegel über den Horizont, wir sind uns einig, das kann nur der Mt. McKinley sein, 6194m, den man in Alaska nicht Denali, den alten Indianernamen nennen darf, die Nachkommen des Herren McKinley haben das gerichtlich durchgesetzt.
Wir machen Schluss in Palmer, ganz unromantisch auf dem Parkplatz eines Einkaufcenters, aber mit Internet. Zum Abendessen gibt es Bratwurst Italien Style (sehr scharf, gut) mit bayrischem Kartoffelsalat (natürlich von Irmi selbst gemacht, sehr gut) und dazu trinkt Irmi ein Erdinger Weißbier und ich einen Spaten Optimator, in Valdez erstanden, wirklich.

Winter’s Bone
Was uns ungemein gestört hat heute und weil es in einem riesigen Kontrast zu der Landschaft steht, sind die vielen, zugemüllten Grundstücke.  In dem Film Winter’s Bone wird das Leben des White Trash beschrieben, der so wohnt. Wohnt in Alaska am Highway 1 wirklich so viel White Trash? Wir fürchten, ja. Da steht am Highway ein Schild „Litter $1000“, also $1000 Strafe für den, der hier Abfall wegwirft. Und dahinter ist ein Grundstück, da steht „Private Property“, darauf türmt sich der Müll in Form von alten Autos, Autoteilen, Booten, Skidoos, Traktoren, Waschmaschinen, Kühlschränken usw. Alles, was nicht mehr benötigt wird, liegt herum, für alle sichtbar. Manche Autos sind schon eingewachsen. Es ist eine Schande für die USA, dies zuzulassen und nicht abstellen zu können. Und die Häuser darauf sind auch nur als Baracken zu bezeichnen. Es tut weh in den Augen und Irmi meint, hier möchte sie niemals leben, denn solche Nachbarn seien ihr unerträglich. Die Anzahl der schönen und gepflegten Anwesen ist leider deutlich in der Unterzahl.
Das musste mal gesagt werden!
For our American friends, the number of white trash properties with garbage and scrap along the highways is unbelievable. There is a sign „Litter $1000“ and behind is a private property totally trashed with cars, refrigerators, skidoos and so on. This is a national shame for the US, why do you not change this? You have so many laws, why not a law that protects citizien, visitors and the environment from that kind of trash.


Route am 05.10.2011 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.