Samstag, 29. September 2012

Bei den Navajos



27.09.12

Weiter geht es durch den Glen Canyon zum Lake Powell. Unterwegs werden uns Hot Springs offeriert, wir marschieren in ein wunderschönes Tal, grüne Pflanzen vor rotem Fels, blauer Himmel, Bächlein, alles da, nur keine Hot Springs, das Wasser des Baches ist kalt.

Nach einem Kilometer drehen wir um, wir haben die kleine Wanderung nicht bereut. Der Lake Powell ist genau so niedrig wie der Lake Mead. Am Aussichtspunkt trifft eine Meute deutscher Harleyfahrer ein, mindestens dreißig. Es herrscht deutsche Disziplin, die Motorräder werden in Dreierreihe sauber abgestellt, dann wird angetreten zum Informationen fassen, der UvD erklärt die Welt.  Eine Harley wird an der Kante deponiert, antreten zum Fotoshooting.  Fröhlich sahen sie nicht aus, nur einer hat uns zugewinkt, keiner hat sich getraut, die paar Schritte zu unserem Auto zu gehen und mit uns zu reden.

Wir fahren weiter durch das White Valley in Richtung Natural Bridges National Monument. Dass hier Menschen wohnen sieht man nur an den Zäunen entlang der Straße, ansonsten Einsamkeit, kaum ein Auto oder Motorrad, keine Trucks. Utah hat halt 2,7 Mio. Einwohner, davon leben 1,7 Mio. im Großraum Salt Lake City. Und Utah ist so groß wie die alte Bundesrepublik!

Der Campground in Natural Bridges ist voll, kein Wunder, er hat nur 13 Plätze. Kein Problem, wir werden etwas finden in diesem weiten Land. Wir wandern auf steilem Weg über Leitern hinunter zur Sipapu Bridge, der zweitgrößten Naturbrücke der Welt. Und wieder hinauf! Überall Deutsche, Irmi meint, wenn Mallorca das 17. Bundesland ist, sollte Süd-Utah das 18. werden. Ob wir uns das antun sollen? Meine Meinung, eher nein.

Wir bestaunen die Bauten der Anasazi und die Kachina Bridge von oben, zur filigranen und schönsten Bridge, der Owachomo laufen wir wieder hinunter.   Man trifft immer wieder die gleichen Leute und sagt „Hello again“ und kommt ins Gespräch, you are travelling with the yellow rigg? It’s amazing. Das kennen wir schon zur Genüge.

Aus dem Park heraus biegt links eine Gravel Road ab, bei Nässe nicht passierbar steht auf einem Schild. Die nehmen wir und nach 3km finden wir einen Platz, groß genug für unser Auto und einigermaßen eben. Ich hole die Liegen heraus, Feierabend. Und wenn es heute Nacht nicht regnet, kommen wir auch wieder den Berg hoch auf die Straße, ansonsten versinken wir im roten Schlamm und müssen warten, bis alles abgetrocknet ist. Die tiefen Reifenspuren auf der Road sprechen eine eindeutige Sprache, aber es waren Jeeps, keine Zehntonner. Der Wassertank ist voll, der Kühlschrank ebenso, also, was soll uns passieren? Sobald die Sonne einen nicht mehr bescheint wird es kalt, wir sind 2000m hoch, also ab ins warme Auto und bloggen, Bilder aussortieren usw. Es gibt immer was zu tun.

28.09.12

Die Nacht war unglaublich ruhig, erst die Standheizung hat mich geweckt. Es ist keine Wolke am Himmel und in der Sonne kann man im Freien frühstücken. Immerhin sind wir 2000m hoch. Die Fahrt geht in Richtung Monument Valley zu den Navajos. Zuerst aber müssen wir über den Moqui Dugway absteigen, ein Schilderwald warnt vor den Gefahren und es ist eine Höchstgeschwindigkeit von 8km/h!! erlaubt, large and overweight vehicles sind verboten, was immer large und overweight heißt. Gut, die Straße ist nicht steil, sie ist breit, aber die Abgründe neben der Straße sind kompromisslos, sie sind senkrecht, wer die Straße verlässt, ist verloren. Leitplanken gibt es nicht. An einer Spitzkehre belieb wir stehen, zwei Paare aus Holland machen Pause, sie sind mit Fahrrädern unterwegs. Sie sind in unserem Alter und von unglaublicher Kondition und Zähigkeit. Wir füllen ihre Wasservorräte auf mit unserem frischem, kühlem Quellwasser und wünschen Ihnen eine gute Weiterreise. Dann kommt ein Eriba-Wohnmobil den Berg hoch, wir denken, es sind die Wiesbadener, die wir in Vancouver getroffen hatten, aber es sind wieder Holländer, sie haben Ihr Auto mit dem gleichen Schiff verschickt wie wir. So klein ist die Welt.

Hinter Mexican Hat kommen wir ins Navajo Land, es ist sofort sichtbar, der Müll am Straßenrand ist ein deutliches Zeichen für Indianerland, leider. Später sehen wir noch zwei tote Pferde am Straßenrad liegen. An der Kreuzung zum Monument Valley behauptet die verantwortliche Navigatorin, es geht nach rechts, also fahren wir nach rechts. Irgendwann hört die Teerstraße auf und eine Sandstraße beginnt mit zum Teil sehr tiefen Sand. Von Monuments keine Spur, dafür viele typische Indianerbehausungen mit entsprechend Müll und Schrott. Und keine Monuments! Wir kehren um und fahren endlich zum Visitor Center und von dort auf der unglaublich schlechten Straße zu den beeindruckenden Monuments. Die meisten Besucher machen diese Tour auf den Jeeps der Navajos, eine Tortur, die Jeeps sind offen, man schluckt also den Staub der anderen Fahrzeuge und die Fahrer heizen über das Wellblech und die Steine, da würde selbst mir schlecht. Wir ziehen gemächlich über die Piste, trotzdem schaukelt es gewaltig. Wir werden von den Jeeps überholt, meist johlen uns die Touris zu und halten den Daumen hoch. Manchmal bedanken wir uns mit dem Presslufthorn, dann johlen sie noch mehr.

Der Tag endet auf einem Stellplatz vor dem Parkeingang, dort plauschen wir mit einem Paar aus Lübeck. Es ist ihr erster Urlaub in den USA und sie brauchen dringend ein paar Tipps von uns. 

Route der letzten zwei Tage

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