Montag, 9. März 2015

07.03.2015 Noch einmal am Rio Uruguay in Paso de los Libros


Es ist Samstag und Massen von Campern kommen auf den Platz, als erstes wird der Grill entfacht und dann erst die Zelte aufgebaut. Die Idee, hier noch einen Tag zu bleiben und zu paddeln, verwerfen wir ganz schnell angesichts der Massen an Campern und den dazugehörigen, schreienden Kindern.

Ein junges Pärchen stellt sich neben uns, ist aber noch unentschlossen, ob das der richtige Platz ist. So holt man erst einmal Tisch, Stühle und den Wasserkocher heraus, bereitet den Matetee und nuckelt gemeinsam aus einem Gefäß das bittere Gesöff. Mate wird mittels Trinkrohr aus einem Gefäß gesaugt, in dem der Matesud schwimmt und immer wieder aufgegossen wird. Mate trinken hat hier schon fast Suchtcharakter, viele haben ständig das Trinkgefäß in der Hand und die Thermoskanne mit heißem Wasser zum Nachgießen unter dem Arm.

Über die Fahrt selbst gibt es wenig zu berichten, es geht durch eine immer tropischer werdende Landschaft Richtung Norden. In Paso de los Libres bleiben wir stehen in einem Park direkt am Fluss und schauen den Anglern zu, wie sie mit einfachster (Schnur über Dose gerollt) bis hochtechnischer Ausrüstung versuchen, einen Fisch zu fangen, überwiegend vergeblich. Außer kleinster Fische ist nichts an den Haken. Aber egal, ob alt oder jung oder auch noch kaum den Windeln entwachsen, ob männlich oder weiblich, man versucht es bis in die tiefe Dunkelheit mit Begeisterung, für uns völlig unverständlich.  

Ein Junge, ca. 12 Jahre hängt mir sozusagen am Rockschoß, sitzt wie ein Hund vor mir auf der Wiese, als ich mein Feierabendbier trinke, bringt meine leere Bierdose weg, alles ganz toll. Das Ganze dauert ca. eine Stunde, dann fragt er mich, ob er das Klo benutzen darf. Ich war von Anfang an  ein bisschen misstrauisch, nun läuten alle Alarmglocken bei mir. Nein, das ist kein öffentliches Klo, sage ich und mache zusätzlich demonstrativ die Türe des Koffers zu, er saß schon auf der untersten Treppenstufe. Kurz darauf war er verschwunden. Der wollte wohl uns auf die freundliche Art beklauen, sozusagen der Enkeltrick auf argentinisch.

Trotzdem genießen wir den Abend, der Mond geht wieder blutrot über dem Rio Uruguay auf, der hier Grenzfluss zwischen Argentinien und Brasilien ist. Drüben in Brasilien kracht ein Feuerwerk, wir hören das aber nur, sehen tun wir leider nichts.


Samstag, 7. März 2015

06.03.2015 Nach Norden Richtung Iguazu-Fälle


Wir verabschieden uns von unseren Gastgebern Angelika und Norbert, vielen Dank für Eure Gastfreundschaft und die Zeit, die Ihr uns geschenkt habt! Wir fahren Richtung Colòn, wir wollen nach Norden. Nach einiger Zeit kommt mir die Richtung komisch vor, Irmi hat das falsche Colòn in das Navi eingegeben. Nachdem das korrigiert ist und wir auf die richtige Autobahn gewechselt sind, geht es auf zwei riesigen Brücken über das Mündungsdelta des Paranà auf der vierspurigen Autobahn Richtung Norden. Das Land wird das Mesopotamien von Argentinien genannt, das Land zwischen den Flüssen Paraná und Rio Uruguay. Es ist flach, grün, von vielen Wasserläufen durchzogen und damit fruchtbar. Unterwegs sehe ich, wie ein Raubvogel in einen Vogelschwarm hinein stößt und tatsächlich sich einen schnappt. Im richtigen Colón finden wir auf dem Camping Municipal einen schönen Platz am Strand und schauen zu, wie der Mond über dem riesigen Rio Uruguay aufgeht.

Freitag, 6. März 2015

05.03.2015 Buenos Aires



Wir verbringen den Tag auf dem wunderschönen Grundstück von Angelika und Roberto und faulenzen am Pool. Am Abend gehen wir in der Nähe zum Essen. Gegen 20:00 sind wir im Lokal fast die einzigen Gäste. Als wir um 23:00 das Lokal verlassen, sind alle Tische besetzt, auch von Familien mit Kindern und man ist noch beim Essen. Von der Währungskrise ist hier jedenfalls nichts zu spüren, Norberto meint, die auf Hochtouren laufende Notenpresse der Regierung sorgt dafür. Wie lange das wohl gut geht, laut Norberto ist die Inflation jetzt schon gewaltig.

Donnerstag, 5. März 2015

04.03.2015 Buenos Aires



Norberto fährt uns zur Bushaltestelle, von wo ein Kleinbus direkt zum Obelisken
fährt.  Wir streifen zu Fuß durch die Altstadt, BA ist eine Großstadt wie viele auf der Welt mit einem gewissen, morbiden Charme. Wieder staunen wir über die hohen Preise in den Geschäften und Lokalen, von Währungskrise ist nichts zu merken. Nach einigen Stunden haben wir genug, es ist schwül und heiß geworden. Bei Angelika und Norberto auf der Terrasse ist das viel erträglicher, als nichts wie hinaus ins Grüne.

03.03.2015 Bei unseren Freunden in Buenos Aires angekommen


Nach einigen Stunden Fahrt durch teilweise kräftigen Regen sind wir nun bei Angelika und Norberto angekommen. Der LKW passt gerade so in die Einfahrt auf dem wunderschönen Grundstück. Die Freude auf beiden Seiten ist riesengroß, nach mehr als 15 Jahren sehen wir uns wieder. Am Abend wird gefeiert mit bestem Steaks und ebensolchen Wein.


Mittwoch, 4. März 2015

02.03.2015 Tagesziel Azul



Ereignislos geht die Fahrt durch weite Felder, nichts als Felder weiter Richtung Buenos Aires. Die Getreidefelder sind bereist abgeerntet, da grasen manchmal Kühe darauf. Mais-, sonnenblumen- und Bohnenfelder reichen bis zum Horizont, wie die Pampa, nur grün, und manchmal Bäume dazwischen.

An einer Tankstelle halten wir, um uns im Internet zu informieren. Wir haben Antwort von einer anderen Reederei, http://www.mhsa-uy.com/, die ich vor ein paar Tagen angeschrieben habe. Am 21.3. geht ein Schiff von Montevideo nach Bremerhaven, deutlich billiger als Seabridge, man braucht auch keinen Agenten in Montevideo, keinen Spediteur und kann das Auto selbst an Bord fahren. So sparen wir mehr als die Hälfte der Frachtkosten. Wir buchen sofort und die Buchungsbestätigung kommt umgehend, fixe Leute.

Auf dem kommunalen Campingplatz von Azul bleiben wir stehen, ein schattiger Platz, grüner Rasen, Strom an einem gestauten Bach, auf dem Paddler sich vergnügen. Und am Abend weht auch noch ein freies Internet herein. Nur die sanitären Einrichtungen sind so, dass ich unser Klo lieber in der freien Natur leere.