Donnerstag, 26. Februar 2015

25.02.2015 Weiter durch die Pampa bis Rada Tilly



Gestern haben wir ein junges Paar aus dem Schwarzwald samt zweier kleiner Töchtern getroffen, sie parkten am Strand. Ihr Auto wurde vor ein paar Tagen aufgebrochen und der Laptop und der Tablet geklaut. Ich hatte Ihnen angebotenen, sie könnten einen unserer beiden Tablets haben, heute Morgen sind sie vorbei gekommen, um das Gerät abzuholen, sie waren vorher joggen!   

Über 400km geht es weiter nach Norden durch die Pampa nach Rada Tilly. Sahen wir gestern Unmengen von Guanacos, auch viele, die tot neben der Straße lagen, so sind es heute fast ausschließlich Nandus links und rechts der Straße und auch überfahren auf der Straße. Diese Unfälle passieren wohl meistens nachts, denn tagsüber hatten wir bisher keine brenzlige Situation.
Vor Caleta Olivia ändert sich die Landschaft, es wird hügeliger und es wachsen mehr Büsche. Außerdem sehen wir wieder  Ölpumpen in Betrieb, es ist Erdölgebiet. Man sieht es auch auf den Straßen, die Autos sind größer, selbst BMWs sind zu sehen, und viel Quads röhren sinnlos durch die Gegend, man verdient gut. 



Mittwoch, 25. Februar 2015

24.02.2015 Durch die Pampa bis Puerto San Julian



Irmi ist optimistisch und legt die Sommerklamotten zum Anziehen, etwas voreilig, wie es sich beim Losfahren herausstellt, heraus, es 4°C und es regnet waagerecht.



Wir werden zügig abgefertigt an der Grenze, keiner will in das Auto schauen. In der Zwischenzeit scheint die Sonne, aber der kalte Wind weht weiter aus Süden über die Pampa. Aber er hilft uns Sprit zu sparen, denn er schiebt uns merklich an auf unserem Nordkurs.



In Rio Gallegos ist ein Supermarkt an der RN3, ein Carrefour. Dort frischen wir unsere Vorräte auf, denn durch die erwarteten Lebensmittelkontrollen haben wir fast nichts mehr.  Das Angebot ist in Argentinien deutlich geringer als in Chile, es hat einen sozialistischen Touch, die restriktive Handelspolitik lässt grüßen, es gibt fast ausschließlich argentinische Produkte.



In Piedrabuena überqueren wir den Rio Santa Cruz, er ist noch genau so grün, wie wir ihn oben aus dem Lago Argentina kommend zum ersten Mal gesehen haben. Und nun verschwindet dieses wunderbare Gletscherwasser ins Meer, irgendwie bedauerlich.



In Puerto San Julián bleiben wir auf dem Camping Municipal stehen, es hat Internet und Strom und einen Grillplatz. Im Büro hängen viele Bilder von Reisenden, meist Deutsche, Rotel-Tours und die Saebridge-Caravane sind auch dabei. Wir wollen die Steaks grillen, was mit Schwierigkeiten verbunden ist. Erst geht meine Luftpumpe kaputt, mit der ich nun seit vier Jahren viele Campfire zum Brennen gebracht habe, dann stellt sich heraus, der Grillrost ist trotz Alufolie unter dem Feuer zu hoch. Mittels des Haarföhns lösen wir das Problem, die Steaks werden sehr gut.



Puerto San Julián hat nur zwei geschichtliche Ereignisse, einmal hat Magellan hier gerastet und Meuterer hingerichtet bzw. ausgesetzt, dann hat Francis Drake hier einen seiner Kapitäne köpfen lassen. Das merkt man dem verschlafenen, aber ordentlichen Ort nicht mehr an.


Unser Standort -49.30611, -67.72026   

Dienstag, 24. Februar 2015

23.02.2015 Von nun an Richtung Norden

Das Steak von gestern Abend war zwar gut, aber hat meinen Magen in den Nacht beschäftigt, was wiederum meiner Nachtruhe nicht gut getan hat. Wir starten bei bedecktem Himmel, aus dem wenige Tropfen fallen. Die Fahrt nach Bahia Azul, dort ist der Anleger der Fähre, ist sehr ruhig, es herrscht kaum Verkehr. Der Grenzübertritt ist schnell und problemlos, bei den Argeiniern wird gelacht und gescherzt, was für ein Unterschied zu den amerikanischen Grenzen, wo Gefängnisatmosphäre herrscht. Ich weiß, ich wiederhole mich nicht zum ersten Male, aber es muss sein! 300km Teerstraße und die letzten 100km Sandstraße auf dieser Reise, dann sind wir dort und freuen uns, kaum Autos vor uns und eine Fähre wird gerade entladen, wir sind also gleich auf dem Festland. Falsch gedacht, denn ein Tankwagen fährt auf die Fähre und sie startet sofort. Tankwagen werden nur solo befördert, das ist uns schon bei der Herfahrt passiert.

Die Überfahrt ist noch unruhiger als das letzte Mal, Irmi legt sich vorsichtshalber einen Beutel zurecht, braucht ihn aber dann doch nicht.

Auf dem Festland fahren wir in Richtung Meer, um einen Übernachtungsplatz zu finden, unmöglich, das Meer und das Land sind eingezäunt. Also bleiben wir auf dem Parkplatz vor dem chilenisch/argentinischen Grenzübergang stehen. Ich stelle das Auto so ab, dass das Führerhaus im Wind steht, trotzdem wackelt es gewaltig, so bläst der patagonische Wind, für uns ein Sturm. Irmi alleine kann weder Führerhaustüre noch Koffertüre öffnen. Schließen muss man die Türen nicht, loslassen genügt völlig, der Wind erledigt den Rest. Die Grenzabfertigung und die uns gegenüberliegende LKW-Waage schließen um 21:00, trotzdem fahren PKW und LKW ungehindert in beiden Richtungen durch den Übergang, ein seltsames System.  

Ein Handy ist als ungesicherter Hotspot in unserer Nähe, wir sind so frech, verbinden unsere Computer und laden die Mails herunter bzw. versenden sie. Der Grimaldi Agent, den ich schon vor über einer Woche in einer Mail um einige Informationen gebeten habe, hat sich immer noch nicht gemeldet. Grimaldi ist die Reederei, die unser Auto nach Deutschland schippern soll. Ich hoffe, eine Mail an Seabridge, der Agentur in Deutschland, bewegt etwas.


Montag, 23. Februar 2015

22.02.15 Ushuaia, eine Stippvisite


Es nieselt, als wir aufstehen, es nieselt während der ganzen Fahrt nach Ushuaia. Neben der Straße wieder jede Menge Quad-Fahrer, die sich austoben, es ist Sonntag.

In Ushuaia fahren wir durch bis zum Nationalpark, aber die wollen €28 Eintritt haben und das ist uns zu viel nur für ein Foto vom Straßenende. Denn unternehmen kann man nichts, dazu ist das Wetter zu schlecht und auch die Aussichten. Wir fahren hoch zum Skilift, der doch nicht als Sommerlift in Betrieb ist. Das Kaffee daneben hat Internet, also trinken wir Kaffee und essen Kuchen und interneten. Das Wetter wird wieder schlechter, als wir durch die Einkaufsstraße von Ushuaia bummeln und über die Preise staunen, wie bei uns, zum Teil sogar teurer. Nur der Diesel ist billiger, so tanke ich für knapp 60 Eurocent/Liter. Ein großer Bildschirm über einem Geschäft zeigt uns die Wettervorschau für die nächsten Tage, 10°C und Regen. Wir beschließen, Ushuaia wieder zu verlassen und in Tolhuin in der Hosteria Kaiken den Inhaber Juan Manuel ebenfalls von Roberto zu grüßen, zum Essen zu gehen und dann stehen zu bleiben. Gesagt, getan, so ist Ushuaia abgehakt und Juan freut sich.

Sonntag, 22. Februar 2015

21.02.2015 Feuerland



Als wir nach ruhiger Nacht, kaum Wind und kein Verkehr, aufwachen, stehen neben uns ein winziges Zelt und daneben ein winziger Suzuki Jimmy. Drei Leute krabbeln aus dem Zelt, ich dachte, es sei ein Zelt maximal für zwei. Im kalten Wind wird das Frühstück zubereitet und im winzigen Auto gegessen. Wir hingegen duschen warm und sitzen leicht bekleidet am Frühstückstisch.



Wir warten, bis um 11.00 das Tor geöffnet wird, zahlen nur 2400 Pesos für uns beide, obwohl 12000 pro Person an der Türe stehen. Es sind ca. 40 Königspinguine an ihrem Brutplatz, einige mit Jungtieren. Eine Forscherin der Universität Santiago ist auch da und beantwortet unsere Fragen. Die Tiere sehen unglaublich stolz aus und sind mit ihren schwarz-weiß-gelben Farben ein richtiger Lichtblick.



Nach einer Stunde starten wir  in Richtung Ushuaia. Die Grenzen sind problemlos und schnell, kontrolliert wird das Auto nicht. Die Landschaft ähnelt Alberta in Kanada, überall stehen Erdölpumpen.  Durch Rio Grande fahren wir durch und sind überrascht über die vielen Blumenrabatten und die Sauberkeit. Offensichtlich ist Rio Grande eine Erdölboomtown, denn überall wird gebaut, die Autohäuser sind neu und glitzern. Auf den Straßen sieht man amerikanisches Spielzeug, Quads und Geländemaschinen, aber noch keine schweren Harleys.



Hinter Rio Grande ändert sich das Landschaftsbild, es wird hügeliger und es gibt Wald. Neben der Straße brettern Quadfahrer und Motorradfahrer im Gelände herum, so hatten wir uns Feuerland nicht vorgestellt, so  wenig einsam.



In Tolhuin fahren wir auf einen Campingplatz, den uns mein Freund Norberto empfohlen hat, und landen bei einem Lebenskünstler, der alles verwertet und sammelt, ein unglaublich netter, hilfsbereiter Mensch. Norbertos Freunde sind meine Freunde, sagt er uns. Sein Platz ist ein Sammelsurium aus liebevoll drapierten Schrott, Kitsch und richtig guter Kunst, ein Muss für jeden, der hier durchfährt. Außerdem ist die Lage am Fagnano-See super.