Freitag, 24. Januar 2014

Zum Playa Santa Clara



23.01.2014

Ein Schulbus, voll mit einer Horde Menschen kommt an, noch während wir das Frühstück machen und benimmt sich so, als wären wir nicht da. Die Bank direkt vor unserem Auto wird belegt und vermüllt, man latscht direkt an unserem Frühstückstisch vorbei, kein Gruß, nur dummes Gaffen. Mir platzt der Kragen und ich brülle einige auf Englisch an, sie sollen verschwinden, das sei unser Platz. Ein Mädchen schaut etwas erschrocken, sie hat es wohl verstanden. Einem drücke ich den Müll in die Hand, während er vorbei geht. Er ist so verdutzt, dass er ihn mitnimmt.

Zeit für uns, zu verschwinden. Auf der Panamerikana ist nichts los und Panama ist leer (nur 3,5 Mio. Einwohner), manchmal fahren wir 30km, bis Anzeichen von Besiedelung da sind. Erst kommt der Müll am Straßenrand, dann kommt die Siedlung.  Je mehr Müll, desto größer die Siedlung. Zwei Unterschiede stellen wir fest zu Costa Rica, zum einen der viele Müll und zum anderen die Menschen, sie sind bei überwiegend nicht so offen und freundlich wie die Ticos. Die hätten sich vielleicht nicht anders benommen, aber vorher hätte es ein großes Hallo und viele Fragen gegeben, das entspannt und macht tolerant. In Santiago hat es McDonald mit Internet. Tea mailt, dass sich ihre Tochter mit uns am Montagmorgen um 8:30 zu dem ersten Behördengang treffen wird. Treffepunkt ist der Parkplatz des Yachtclubs in Balboa, ein Ortsteil von Panama City. Das Schiff ist gebucht, nun brauchen wir noch Hotels in Panama und Cartagena sowie einen Flieger.

Weiter geht es zur Halbinsel Azuero auf breiter, bestens ausgebauter vierspuriger Straße. Chitré soll sehr schön sein mit alter Kolonialarchitektur und einem Münzwaschsalon. Die Architektur fanden wir nicht überzeugend und der Waschsalon hat (angeblich) kein Wasser, also zurück in Richtung Playa Santa Clara. Auf der gut ausgebauten Straße lasse ich das Auto mal wieder ordentlich laufen, 2800 1/min, auch leicht bergauf sind kein Problem, also echte 97km/h, und das bei 34° Lufttemperatur. Einfach toll, wie das Auto geht seit der Reparatur. In Santa Clara ist der von Klaus Schier beschriebene Platz nicht mehr vorhanden, große Schilder verkünden den Bau eines Touristensilos an, ein Zaun umgibt das Gelände. Dahinter sehr viel Müll, sonst nichts. Da hat sich wohl jemand verspekuliert. Wir fragen an einem Balneario direkt am Strand und dürfen stehen bleiben für 3 $/Person. Als wir uns einrichten, kommt ein junges Mädchen und will wissen, wer wegen eines Zeltes zu fragen sei. Es stellt sich heraus, dass sie aus Wales kommt und mit einer Amerikanerin mit dem Fahrrad von Bolivien in die USA fährt. Die Mädels dürfen auch bleiben und der Besitzer und wir helfen, die schwer bepackten Fahrräder durch den Sand zu schieben; dann schlagen sie ihr Zelt am Strand auf.  

Unser Standort 8.37229, -80.10879




Donnerstag, 23. Januar 2014

Superstrand in Las Lajas



22.01,2014

Es kam wie befürchtet letzte Nacht, irgendein Idiot der Security meinte, den starken Mann spielen zu müssen und hat uns verscheucht. Auf einem LKW-Parkplatz neben einer Tankstelle haben wir dann übernachtet. Bei McDonalds gibt es Internet und ich schreibe die Mail an Tea Kalmbach, die Agentin in Panama, die für uns das Schiff bucht. Sanblasferry haben wir aufgegeben, leider.

In Las Lajas bleiben wir an einem wunderschönen Strand stehen auf einer heruntergekommenen Anlage, aber was soll es, wir brauchen nichts und Strom bekommen wir aus einer noch mehr heruntergekommen Cabaña. 15$ blechen wir für alles, dafür haben wir einen 50m breiten (bei Ebbe) Strand bis zum Horizont, den wir mit dem Motorrad erkunden.

Wir baden im Meer, Irmi wäscht, weil wir einfach keine Lavadería finden und ich repariere mit Erfolg die undichte Cassette der Toilette, eine unangenehme, aber notwendige Arbeit.

Am Abend genießen wir den Sonnenuntergang und schauen dann der einlaufenden Flut zu, wie sie allmählich vorrückt, die Sandburgen der Kinder überspült und auch unsere Reifenspuren.

Unser Standort 8.17236, -81.87501

Dienstag, 21. Januar 2014

In Panama



20.01.2014

Gestern kam Mauricio noch einmal schauen, ob es uns gut geht. Die Nacht war wunderbar kühl, wahrscheinlich die letzte für längere Zeit. Auf extrem schlechter Piste geht es zur Grenze.  Ich winke Fahrzeuge vorbei, aus einem tönt es laut „Danke!“. Die beiden treffen wir an der Grenze wieder, es sind zwei mutige Polen, die sich hier mit einer Ökofarm eine Existenz aufbauen wollen. Sie sprechen bereits gut Spanisch, wie wir feststellen konnten, und auch das Deutsch, das sie bei einem zweijährigen Aufenthalt in Deutschland gelernt haben, ist gut. Sicher viel besser als mein Polnisch nach zwei Jahren in Polen wäre.

Wir und die zwei Polen sind die einzigen, die zurzeit die Grenze passieren wollen, also ist alles entspannt und es hat sehr kurze Wege. Dieser Grenzübergang taucht in keinem Reiseführer auf, auch auf Google Maps ist er nicht verzeichnet. Ein echter Geheimtipp für einen entspannten Grenzübertritt nach Panama oder umgekehrt GPS 8.81788, -82.86280. Trotzdem dauert es zwei Stunden, bis wir fahren können.
Es wurde zwar in das Auto geschaut, aber aus lauter Neugier, kontrolliert wurde nichts, auch nicht die Fahrgestellnummern.

Der Ablauf: 

1. Migration, der schickt uns, eine Versicherung abzuschließen
2. Versicherungsbüro, $15 für jedes Fahrzeug
3. Customs, das Permit wird ausgestellt
4. Bezahlen der Desinfektion
5. Migartion, nun bekommt man den Stempel in den Pass
6. Customs, nun bekommt man das Fahrzeug in den Pass eingetragen
7. Desinfektion
8. "Kontrolle" durch den Zoll
9. "Kontrolle" durch die Polizei

und schon ist man durch...

Wir fahren bis David, wo wir auf dem Parkplatz einer etwas heruntergekommenen Mall stehen bleiben und hoffen, es scheucht uns keiner weg. Warm ist es, um 18:00 Ortszeit noch  über 30°.  

Schön ist Panama schon, landschaftlich. Leider hat es wieder den Müll am Straßenrand, den es in Costa Rica nicht oder kaum gab und die Panamericana ist auch nicht der Hit. Vierspurig zwar, aber holperig und ein Schrottplatz neben dem anderen.

Unsere Position 8.426776, -82.44918

Ach wie schön ist Panama

nennt Janosch seine schöne Kindergeschichte, wir werden es sehen.



20.01.2014

Um 5:30 klingelt der Wecker, denn wir wollen um 7:30 bei Yamaha sein, da sind wir mit dem Mechaniker verabredet. Und für die 20km muss man mindestens eine Stunde einkalkulieren. Wir verzichten auf Frühstück und mangels warmen Wassers auch auf das Duschen und so sind wir noch vor der Zeit bei Yamaha. Nach einigen Diskussionen kommt dann der Mechaniker und fährt mit unserem Moped und dem neu erworbenen Topcase wieder weg, um 9:30 will er wieder da sein. Die Yamaha-Vertretung hat keine eigene Werkstatt, man verkauft nur Motorräder, Quads, Zubehör und Ersatzteile. Wir gehen erst einmal frühstücken, Spiegelei mit Toast und Bratkartoffeln, immer noch besser als Bohnen, die Alternative. In der öffentlichen Bibliothek, die wir durch Zufall finden, gibt es zwar Internet, aber die Seite der Sparda ist geblockt, also zumindest für Irmi ist das unbrauchbar. Um 9:35 sind wir bei Yamaha und tatsächlich, der Mechaniker samt Moped ist schon da, der Kettensatz und das Topcase sind montiert. Es ist heiß geworden und ich lifte im Schweiße meines Angesichts das Moped auf das Auto. Dann muss ich unbedingt duschen, es gibt jetzt zwar warmes Wasser, aber das brauche ich nicht.

Wir fahren in Richtung Panama durch entweder Zuckerrohr-, Ananasfelder oder Bananenplantagen hinunter auf 300 Höhenmeter (heiß) und wieder hinauf auf 1050 (angenehm kühl) Höhenmeter. In San Vito kurz vor der Grenze gehen wir auf die Suche nach einem Stellplatz für die Nacht. Wieder einmal hilft der Zufall; an einem Baggerbetrieb wende ich das Auto, einer der Menschen dort winkt und hält den Daumen nach oben, das durch Facebook international bekannte Zeichen für „gefällt mir“. Wir bleiben stehen, Irmi fragt, ob er einen Platz für die Nacht weiß. Mauricio, so heißt der freundliche Mensch lädt uns in seinen Truck und zeigt uns einen frisch planierten Platz unterhalb seines noch im Bau befindlichen Hauses. Bingo, den nehmen wir. Zuerst aber fahren wir noch einmal in den Ort, um ein Internet zu finden, was uns auch gelingt. Leider ist auch hier die Qualität mehr als bescheiden. Immerhin können wir auf die Mails schauen und Irmi auf die Konten. Leider ist kein unerwarteter Geldeingang zu verzeichnen und Sanblasferrry meldet sich auch nicht. Allmählich schwindet unsere Hoffnung auf die Fähre. Bei der nächsten Gelegenheit werde ich Fritz, den Reeder, noch einmal antelefonieren und, wenn es dann keine konkrete Aussage gibt, werden wir die Reißleine ziehen und das nächstmögliche Schiff buchen.

Unser Standort 8.84364, -82.96648