Dienstag, 3. Dezember 2013

Ruhetag auf der Finca Ixobel



3.12.2013

Wir verbringen einen ruhigen, erholsamen Tag auf der Finca, Irmi wäscht Wäsche nach alter Mütter Sitte  mit der Hand im Waschtrog, gestern haben wir Frauen gesehen, die im Fluss standen zum Waschen, also schon ein Fortschritt. Und Irmi backt Brot. Ich spanne die Keilriemen nach und repariere die Toilettenentlüftung, die dauernd lief. Das Abschmieren des Autos gebe ich auf, die rechte Schulter macht Probleme, ich werde mir eine Werkstatt suchen, die mir das Auto abschmiert.

Ansonsten ist ein Pärchen aus Holland angekommen mit einem Volvo Lappländer, nette Leute. Die Finca scheint ein Geheimtipp für Globetrotter zu sein, ein junges Pärchen aus Neuseeland ist da, sie sind mit den „Chickenbuses“ aus Südamerika gekommen. Silvester 2012/2013 haben sie in Berlin erlebt. Neben uns ein französisches Paar in unserem Alter oder etwas älter, junge Amerikaner, Familien aus Mexiko und Guatemala, eine bunte Mischung, die freundlich und offen miteinander umgeht. Und auch sonst ist es ganz locker hier, man geht an den Kühlschrank, holt sich sein Bier oder was sonst und trägt es in seine Liste ein. Ebenso Kuchen, Kaffee etc., es scheint zu funktionieren.

Wir essen in der Finca zu Abend, kämpfen ein wenig mit dem Internet, das immer wieder ausfällt und ziehen uns dann in das Auto zurück, es ist tatsächlich kühl geworden!

Montag, 2. Dezember 2013

Die Mayametropole Tikal



02.12.2013

Kurz nach sechs laufen die ersten Touristen laut plappernd an unserem Auto vorbei in Richtung Eingang der Ausgrabungen. Also schälen auch wir uns aus den Betten und brechen nach dem Frühstück auf. Es ist unter 30°C, also für hiesige Verhältnisse kühl, auch ist der Himmel bedeckt.

Wir laufen zwei Stunden über die Anlage, ca. 70% der touristisch erschlossenen Gebäude haben wir besichtigt, wir waren weniger beeindruckt als die jeweiligen Autoren der Reiseführer. Vielleicht ist aber bei uns auch eine gewisse Mayamüdigkeit eingekehrt.

In St. Elena tanke ich, die Bezahlung mit der Kreditkarte geht problemlos, 1 Gallone, man rechnet hier tatsächlich in Gallonen, kostet  € 3,30, also liegt der Liter bei ca. 90 Cent, USA-Niveau, aber teurer als Mexiko. Nach dem Einkauf im Supermarkt, die Preise sind zum Teil europäisch, Obst und Gemüse jedoch spottbillig, besichtigen wir das alte Flores auf der Insel, man kann sie problemlos in 20min umrunden.

Zur Übernachtung steuern wir die Finca Ixobel bei Poptún an, wo wir uns sehr wohl fühlen. Aber auf die feuchte Wiese fahre ich nicht!

Unser Standort 16.30416,-89.42177

Einreise Guademala und dann nach Tikal


1.12.2013

Wir haben bei kühlen Temperaturen bestens geschlafen. Die Überraschung kommt beim Wegfahren: ich fahre von dem untergelegten Keil, der auf einem großen Brett liegt, herunter und sacke ab! Einige Versuche, wieder auf Bretter zu fahren, enden damit, dass sich das Auto noch tiefer eingräbt, der linke Staukasten und der linke Tank liegen auf! Unser Vermieter organisiert den Nachbarn mit einem Traktor, ich bin sehr skeptisch, als er kommt und er schafft es auch nicht, er ist einfach zu leicht. Man hält einen vorbeifahrenden Laster an, der schafft es dann mit Mühe, uns aus der misslichen Lage zu befreien. Der Campingplatzbesitzer und wir teilen uns die notwendige Belohnung. Ich hatte gestern schon ein flaues Gefühl im Magen, als ich in die Wiese fuhr, das nächste Mal höre ich auf meinen Bauch. Oberhalb unseres Stellplatzes hatte sich durch den Regen ein richtiger Teich gebildet, und der hat im Laufe der Nacht die Wiese noch weiter durchfeuchtet als sie ohnehin schon war, als wir kamen.

Dann die Grenze nach Guatemala. Bei der Ausreise müssen wir Belize-$ 37,50 Ausreisegebühr pro Person bezahlen, die Zollpapiere werden abgestempelt und ich fahre durch die Grenze, Irmi muss laufen. In Guatemala muss man dann zwingend durch eine Desinfektionsanlage fahren, die das Auto komplett mit irgendetwas besprüht. Der dicke Dreck, der überall von heute Morgen haftet, bleibt natürlich dran und in ihm all die Käfer, die  sonst nach Guatemala hätten fliegen müssen.

Dann Auto abstellen, ein Polizist weist uns penibel einen Parkplatz an, er ist sich der Wichtigkeit seiner Tätigkeit bewusst. Eine freundliche, junge, kaugummikauende Dame  stempelt uns ohne viel Fragen den Pass mit einer Aufenthaltsgenehmigung für 90 Tage und die gilt jetzt bis Nicaragua. Dann das Auto und das Moped. Ein netter Herr nimmt die Pässe und die Zulassungen entgegen, prüft alles akribisch, gibt sie uns wieder zurück mit der Bemerkung, er brauche von allen einschl. Führerschein Kopien. Wir schauen ihn entgeistert an, als er uns dann auch noch erklärt, der Copyshop an der Grenze sei zu, es sei ja Sonntag. Wir mussten also mit dem Taxi in die Stadt. Dier Kopien bekommen wir dann, man will 1 US-$ dafür und der Taxifahrer verlangt umgerechnet €3.

Dann wird je Fahrzeug (Lkw und Motorrad) wieder ein Zettel ausgefüllt, mit dem müssen wir zum Bankschalter, um 320 Quetzal, also €32 Einfuhrzoll zusammen zu bezahlen. Dort stehen sicher 30 Leute vor uns, aber man lässt uns vor.

Zurück zu dem freundlichen Menschen, der uns nun eine Plakette für die Windschutzscheibe und unsere Papiere aushändigt. Eine kurze, recht oberflächliche Inspektion von Auto und Moped, das war es, wir dürfen fahren. Alles in allem hat es mehr als zwei Stunden gedauert. An der Brücke über den Mopan knöpft man uns noch 50 Quetzal Brückenzoll ab, wahrscheinlich hat sie uns besch.. Weiter geht es in Richtung Tikal. Die Straße ist teilweise überraschend gut, dann gibt es jedoch wie aus heiterem Himmel plötzlich völlig unbefestigte Abschnitte und/oder riesige Schlaglöcher. Im Vergleich zu Belize ist Guatemala sehr dicht besiedelt, es sind immer nur wenige Kilometer von Siedlung zu Siedlung. Die sind meist sehr ärmlich. Und überall steht das Wasser der noch nicht beendeten Regenzeit.

Wir fahren erst einmal an der Abfahrt nach Tikal vorbei und weiter nach St. Elena (Flores), wo wir in einer großen Mall amerikanischer Art neben allen Einkaufsmöglichkeiten auch einen Bankautomaten finden, der uns Quetzals zu einem wesentlich besseren Kurs gibt als die Tauscher an der Grenze.

Am Eingang von Tikal bietet uns jemand in brauchbaren Englisch für morgen eine geführte Tour an, Start 4:30! Wir lehnen dankend ab. Wir bleiben zum Übernachten  auf dem Busparkplatz vor dem Eingang stehen, auf die nasse Campingwiese fahre ich nicht!


Unser Standplatz 17.22575, -89.61133

Samstag, 30. November 2013

Im Regen in Richtung Guatemala



30.11.2013

Es ist grau und es regnet und der Regen wird immer stärker, ein feiner, alles durchnässender Nieselregen. Von der Landschaft ist nichts zu sehen, sie ist hinter einem grauen Schleier verborgen. Kalt jedoch ist es nicht, es ist immer um 21°C, sonst wäre es ein deutscher, grauer Novembertag. Die Aussichten für morgen sind nicht besser. Auch auf der kurzen Fahrt fällt uns wieder auf, wie arm an vielen Stellen das Land bzw. die Bevölkerung ist. Die Straße ist überwiegend miserabel, mehr als maximal 60km/h traue ich mich nicht zu fahren, meist deutlich langsamer. Und dann immer wieder die Topes, die hier natürlich Speed Bumper heißen. Auch die Fußgängerüberwege sind als Bumper ausgelegt. Und dann kommen wir in eine Gegend, da ist die Landschaft gepflegt wie ein Golfplatz und tatsächlich, vor einem General Store stehen Golfcarts zum Verkauf. Welche Gegensätze auf wenigen Kilometern, einmal wohnen die Leute in halb verfallenen Häusern, in denen Plastiksäcke als Vorhänge bzw. Fenster dienen, dann koloniale Bauten mit gepflegtem Golfrasen davor. In San Ignacio dann ist die Hölle los; nimmt man den hiesigen Verkehr als Maßstab, immerhin staut sich der Verkehr wegen einer gesperrten Brücke auf mehrere hundert Meter. Die Brücke, über die wir dann fahren, ist wenig Vertrauen erweckend, vor mir ein LKW, ich halte immer so viel Abstand, dass ein Brückenpfeiler zwischen uns ist. Irmi empfehle ich, schon mal die Türe auf zu machen!  Kurz vor der Grenze nach Guatemala bleiben wir auf einem Campingplatz stehen. Der Eigentümer ist ein Maya, der bei der amerikanischen Armee in Kaiserslautern gedient hat. Wir stehen im Regen und er schwärmt von Deutschland. Immerhin, seine Anlage ist gepflegt, nichts liegt herum, die Steckdosen sind in Ordnung. Und er meint, El Niño sei daran schuld, dass es dieses Jahr so viel geregnet hat und immer noch regnet. Und er erzählt uns weiterhin, dass hier schon viele Deutsche durchgekommen sind, z.T. in viel größeren Autos, na sowas.


Unser Standort 17.13911, -89.08756 
 

Freitag, 29. November 2013

Weiter nach Belize City



29.11.2013

Der Tag begann mit einem Erfolgserlebnis, der Solarregler regelt nach dem Wechsel der Sicherung wieder und pumpt Solarstrom in die Batterien. Wir starten in Richtung Süden. In Orange Walk, einem ärmlichen Ort stoppen wir, um einzukaufen und meine Stimmung sinkt nahe Null, der Regler regelt wieder nicht. Am Ortseingang haben wir eine LKW-Werkstatt gesehen, na ja, bei uns wäre es wohl eher ein Schrottplatz. Man hat zwar die Verbinder für die Luftschläuche nicht, weiß aber, wo es sie im Ort gibt. Da der Weg kompliziert scheint, gibt man uns einen Mitarbeiter als Lotsen mit und tatsächlich, zumindest einen Durchmesser haben sie. Und Sicherungen, mit denen ich ggf. mein Sicherungsproblem lösen kann. Meine Stimmung steigt wieder. Wir fahren bis Belize City, das Land ist in weiten Flächen überfluet, Häuser sind nur über Stege erreichbar. Und es ist ein wiklich armes Land, man sieht es überall und an allem. Wir fahren erst durch Zuckerrohrfelder und dann durch Urwald, der teilweise unter Wasser steht, auch die Häuser am Straßenrand sind zum Teil im Wasser oder nur per Boot zu erreichen, es scheint dieses Jahr heftig geregnet zu haben. Vor Belice City fahren wir dann durch Mangrovenwälder, Am Horizont sind die Berge des Hochlandes zu erkennen. Da werden wir morgen hinfahren.

Auf dem Gelände des Jachthafens bleiben wir stehen zwischen abgestellten, teuren Spielzeugen. Strom hat es und ein Restaurant mit Internet! Hier merkt man nichts von der Armut. Die Leute fahren dicke Autos, z.B. BMW X5 und haben dicke Yachten oder völlig unnütze Speedboote.

Der Netzwerkschlüssel des Restaurants ist ataturk1923, der Pächter ist ein mutiger, junger Türke aus Istanbul, der seit drei Jahren hier lebt. Die vielen Mücken verhindern ein längeres Gespräch mit ihm. 



Es ist 21:00 Ortszeit, man feiert hier Thanks Giving, soeben ist ein Partyschiff lautstark an uns vorbei gezogen in Richtung Meer.  Irmi hat Brot gebacken und es riecht gut nach frischem Sauerteigbrot! Was freue ich mich auf das Früstück morgen!