Nach einigen Stunden Fahrt durch teilweise kräftigen Regen
sind wir nun bei Angelika und Norberto angekommen. Der LKW passt gerade so in
die Einfahrt auf dem wunderschönen Grundstück. Die Freude auf beiden Seiten ist
riesengroß, nach mehr als 15 Jahren sehen wir uns wieder. Am Abend wird
gefeiert mit bestem Steaks und ebensolchen Wein.
Unsere große Reise, beginnend in Halifax und endend in Montevideo, Uruguay
Donnerstag, 5. März 2015
Mittwoch, 4. März 2015
02.03.2015 Tagesziel Azul
Ereignislos geht die Fahrt durch weite Felder, nichts als
Felder weiter Richtung Buenos Aires. Die Getreidefelder sind bereist
abgeerntet, da grasen manchmal Kühe darauf. Mais-, sonnenblumen- und
Bohnenfelder reichen bis zum Horizont, wie die Pampa, nur grün, und manchmal
Bäume dazwischen.
An einer Tankstelle halten wir, um uns im Internet zu
informieren. Wir haben Antwort von einer anderen Reederei, http://www.mhsa-uy.com/, die ich vor ein paar
Tagen angeschrieben habe. Am 21.3. geht ein Schiff von Montevideo nach
Bremerhaven, deutlich billiger als Seabridge, man braucht auch keinen Agenten
in Montevideo, keinen Spediteur und kann das Auto selbst an Bord fahren. So
sparen wir mehr als die Hälfte der Frachtkosten. Wir buchen sofort und die
Buchungsbestätigung kommt umgehend, fixe Leute.
Auf dem kommunalen Campingplatz von Azul bleiben wir stehen,
ein schattiger Platz, grüner Rasen, Strom an einem gestauten Bach, auf dem Paddler
sich vergnügen. Und am Abend weht auch noch ein freies Internet herein. Nur die
sanitären Einrichtungen sind so, dass ich unser Klo lieber in der freien Natur
leere.
Montag, 2. März 2015
01.03.2015 Tagesziel Monte Hermoso
Es regnet ein paar Tropfen, als wir losfahren. Aus der Pampa
ist endgültig Kulturlandschaft geworden, die aber auch nicht abwechslungsreicher
ist. Ab Bahia Blanca, einer Industriestadt, ist der Verkehr dicht, fast wie in Deutschland. Ohne
erwähnenswerte Vorkommnisse fahren wir nach Monte Hermoso, einen Badeort. Der hat den Charme einer Wildweststadt, die Strandpromenade
ist aus Holz zusammengezimmert und wirkt provisorisch. Wir übernachten
außerhalb an den Dünen und fühlen uns dort wie an der Nordsee, nur, dass hier
wieder Autos, Quads und Motorräder auf dem Strand herum fahren. Aber mit Einbruch
der Dunkelheit ist Schluss, wir haben unsere Ruhe.
Sonntag, 1. März 2015
28.02.2015 Weiter durch die Pampa bis Balneario El Condor
Wieder geht es hunderte Kilometer ereignislos durch die
Pampa Richtung Norden. Vor Viedma ändert sich das Landschaftsbild, aus der
Pampa ist Acker- und Weideland geworden, der nahe Rio Negro macht es möglich. In
der Zwischenzeit zeigt das Thermometer 32,5°C an, so beschließen wir, zum
Übernachten ans Meer zu fahren in der Hoffnung, dass es dort kühler ist.
Wir bleiben an der Steilküste stehen und blicken erstaunt
auf den Sandstrand ca. 25m unter uns, er ist voll von Menschen und Autos. Es
ist Ebbe und die Menschen sind mit ihren Autos, Motorrädern, Quads und auch
Fahrrädern auf dem feuchten, festen Sand unterwegs, soweit wir blicken
können. Es ist jedoch zu sehen, dass die
Flut bereits läuft und eine Stunde später beginnt das große Aufbrechen.
Wir verbringen den Abend vor dem Auto und schauen den Vögeln
zu, die wie Surfer die Luftströmung an der Abbruchkante ausnützen und sich
darin vergnügen. Schwalben sind besonders geschickt, die Papageien nicht ganz
so, aber dafür demonstrieren sie zu Hunderten perfekte Formationsflüge mit viel
Geschrei bis in die tiefe Dämmerung. Dann verschwinden sie zielsicher in ihren
Nisthöhlen in der Steilwand.
27.02.2015 Seelöwen, aber keine Seeelefanten
Wenige Kilometer entfernt auf einer Landzunge gibt es eine
Seelöwenkolonie, dort ziehen zurzeit die Mütter ihre Jungen auf. Die kleinsten
sind noch ganz schwarz, sind auch noch nicht im Wasser zu sehen. Sie sind meistens in der Näher der Mütter und
nuckeln die extrem fette Milch. Die etwas größeren tummeln sich im Wasser und
spielen dort miteinander, liegen auf dem Rücken in den Wellen und lassen sich
an den Strand treiben.
Wir fahren weiter an die Spitze der Landzunge zum
Leuchtturm, da soll es auch Seeelefanten geben.
Die Steilküste ist hier sicher 100m hoch und wir sehen Tiere
in der Sonne liegen, ob es Seelöwen oder Seeelefanten sind, ist nicht zu
erkennen. An Seil und Strickleiter steige ich hinab, kann jedoch nicht nahe
genug an die Tiere heran, die Flut treibt hohen Wellen bis an den Fuß der
Steilküste, selbst in Badehose unpassierbar.
Irmi winkt von oben und zeigt an eine andere Stelle, dort
liegt ein kapitaler Seelöwe und schläft in der Sonne. Bis auf wenige Meter gehe
ich heran und mache Bilder, er rührt sich nicht. Erst ein Steinchen, das ich in
seine Nähe werfe, bringt ihn dazu, den Kopf zu heben und mich vorwurfsvoll
anzusehen. Dann legt er sich wieder hin, ich bin wohl keine Bedrohung für ihn.
In Puerto Madryn holt Irmi die Wäsche ab, ich warte am Auto.
Dabei entdecke ich, dass der rechte, hintere Staukasten eingedrückt und halb
offen ist. Der Weg von der Steilküste zum Leuchtturm war extrem ausgewaschen
und ich musste teilweise in abenteuerlicher Schräglage fahren, dabei ist das Auto
einmal abgerutscht und wahrscheinlich mit dem Staukasten aufgesessen.
Auf dem Campingplatz gelingt mir eine notdürftige Reparatur,
aber der Staukasten ist hin.
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