Mittwoch, 23. Juli 2014

23.07. 2014 Es geht wieder los



23.07.14


Die Taschen sind gepackt, das Haus und der Garten an unseren „guten Geist“ übergeben, morgen früh um 3:30 klingelt der Wecker, um 6:20 startet der Flieger von Hannover nach Amsterdam, von dort geht es direkt nach Lima.
Es waren sowohl schöne als auch traurige Tage in der Heimat.

Traurig, weil zwei geliebte Menschen von uns gegangen sind. Obwohl es nicht unerwartet kam, es war einfach viel zu früh! Man weiß, dass es passieren wird, aber man kann sich darauf nicht vorbereiten, es tut einfach sehr weh.

Schön, weil ein weiteres „Kind“ geheiratet hat und es eine wunderschöne Feier bei bestem Wetter in Berlin am Wannsee war. Selbst wir haben bis 3:00 morgens durchgehalten. Die letzten haben die Feier mit einem Bad im Wannsee um 5:30 beendet.

Und meine Zahnschmerzen sind beseitigt indem der Zahn extrahiert wurde, also gezogen  wurde. Er war in Lima beim Abendessen zerbrochen an einer zarten Lammkeule, war wohl schon altersschwach. Was wohl demnächst noch an Altersschwäche zerbricht in mir? Ich denke lieber nicht weiter darüber nach. Irmi hat zwei Rippen angebrochen, man sollte eben die Leiter und nicht den Stuhl nehmen. Ich bin gespannt, wie sie das Führerhaus erklimmt.

So, nun bin ich gespannt, ob das Auto anspringt, ob er wieder eine festgerostete Kupplung hat und ob sein „Schluckauf“ sofort wieder da ist. Diverse Ersatzteile sind im Gepäck und Mercedes im Lima soll eine ordentliche Werkstatt sein, Divemotors heißt sie und gehört zu dem gleichen Konzern wie Mercedes in Costa Rica. Sie sind nicht weit vom Flughafen und unser Hotel ist um die Ecke. Ich habe uns angemeldet, mal sehen, ob es etwas genutzt hat.

Sonntag, 23. März 2014

Die Heimreise



20.03.2014

Ich habe sehr schlecht geschlafen, weil mich Zahnschmerzen geplagt haben. Ein Taxi bringt uns in 40min zum Flughafen für 70 Soles, etwa €20. Unser Taxifahrer gehört nicht zu den Kamikazefahrern, was ihn aber nicht daran hindert, ununterbrochen das Telefon am Ohr zu haben auch dann, wenn er bis fast zur Berührung drängelt.

Der Flughafenparkplatz ist von einem Zaun umgeben, zweimal Kontrolle. Nächste Kontrolle am Eingang zum Abfluggebäude, Pass vorzeigen.  Dann wieder Pass vorzeigen, bevor man sich in die Warteschlage zum Check-In einreihen kann. Am Check-In natürlich Pass vorzeigen. Dann zur Abflugebene, wie sollte es anders sein, Pass vorzeigen. Am Security Check, wieder Pass vorzeigen. Dann zur Imigration, erst die Ausreisekarte ausfüllen, die Karte ist, wie üblich für unsere Augen auch mit Brille kaum lesbar. Eine junge Dame lässt nur die vor zum Wartebereich, die ein solches Ding ausgefüllt haben. Bei der Dame, die die Ausreise in den Pass stempelt, brauchen wir diese Karte dann aber nicht, sie wandert in den Papierkorb. Es lebe die Bürokratie!

Internet im Flughafen? Nur für $28 pro Tag, einfach realitätsfern, wer braucht schon 24 Stunden Internet am Flughafen und dann zu dem wahnsinnigen Preis.

Ich erinnere mich an Skype WiFi, es funktioniert hier tatsächlich, für 7 Eurocent pro Minute nicht gerade billig, aber schnell die Mails abrufen und senden sowie die Schlagzielen lesen ist es okay.

Nach zehn langen Stunden in einem unterkühltem Flieger, selbst die Flugbegleiter tragen Strickjacken sind wir 35min vor der geplanten Ankunftszeit um 4:25 in Madrid. Die meisten Passagiere klatschen nach der Landung, was wir nicht verstehen können. Hat man schon einmal gehört, dass die Passiagiere eines ICE nach erfolgreicher Einfashrt in den Bahnhof geklatscht hätten?
Auch hier in Madrid ist wie im EDV-Mittelalter Wifi nur gegen Bezahlung zu haben und die meisten Steckdosen haben keinen Strom. Absicht oder Schlamperei oder beides, wer weiß das schon. Auf jeden Fall kein Ruhmesblatt für so einen großen Flugplatz.

Drei Stunden später starten wir nach Amsterdam, in dieser Maschine gibt es nichts, aber auch gar nichts kostenlos. Selbst für Wasser ist €2 für eine Dose mit 0,33ltr zu löhnen, unverschämt. Nach der Landung klatscht niemand, nur Irmis Nachbarin, eine kreolisch aussehende, noch recht junge Frau bekreuzigt sich erleichtert.

Amsterdam empfängt uns mit Regen bei 11 Grad, damit wir uns schnell wieder an unser Wetter gewöhnen. Irmi kauft Tickets der ersten Klasse, damit können wir die Wartezeit auf den Zug nach Hannover in der Highspeed Launch der holländischen Bahn verbringen, Internet und Getränke kostenlos bei angenehmster Atmosphäre.

Der IC nach Hannover hat einen Speisewagen, wir können dem Linseneintopf nicht wiederstehen, zusammen mit einem Bitburger und dunklem, festen Brot ein Hochgenuss.   

In Bad Bentheim hat der Zug 10min Aufenthalt, die holländische Lok wird gegen eine deutsche ausgewechselt. Zeit genug für mich, Mitarbeiterfahrkarten aus dem Automaten zu ziehen. Es ist saukalt, man sieht den Atem und die Menschen tragen Handschuhe.

Pünktlich kommen wir in Hannover an, schön wieder zu Hause zu sein.

Mittwoch, 19. März 2014

Vorbereitung der Abreise



19.03.2014

Der gestrige Tag war ausgefüllt mit den Vorbereitungen, das Auto für ein paar Monate abzustellen. Ich lasse den Motor um Stand laufen, um mehr Luft auf die Reifen zu pumpen, er geht mal wieder aus! Um 17:00 treffen wir uns bei Kühne+Nagel mit Jorn Baetke und bedanken uns für die Unterstützung.  Jorge Roman begrüßt uns und macht Kopien der Carnets, will beim Zoll noch einmal sicher stellen, dass alles in Ordnung ist.

Heute Morgen starten wir in Richtung Storage durch den dichten Verkehr, der rund um den Flughafen noch dichter wird. Zweimal hatte ich den Eindruck, dass der Motor stottert, konnte ihn aber durch längeres Vollgas geben, vor dem Ausgehen bewahren, was für ein Glück.  Ein Albtraum, mitten im Verkehr stehen zu bleiben.

Im Storage, einem Containerlager, empfängt uns Alberto, wir bekommen einen Platz am Zaun zugewiesen, wo auch andere Fahrzeuge stehen und das war es. Ein Taxi, das uns Alberto organisiert, bringt uns zum Hotel, die Assistentin von Jorn Baetke hat es für uns reserviert.

Zu Fuß erkunden wir Miraflores, so heißt dieser Stadtteil von Lima, und erleben den Verkehr als Fußgänger, da ist es noch lauter. Peruanische Autofahrer scheinen zu glauben, wenn man nur lange genug hupt, löst sich der Vordermann oder der ganze Stau in Luft auf. Und peruanische Polizisten scheinen zu glauben, wenn man nur lange genug auf der Trillerpfeife trillert und dabei wild mit den Armen fuchtelt, geschieht das gleiche. Es ist ein Irrglaube, dem man da nachhängt, der viel überflüssigen Lärm verursacht.

Miraflores hat noch einige wunderschöne, alte Häuser, die vom Erdbeben 1940 stehen geblieben sind, darum herum sind Hochhäuser, wie man sie aus jeder Großstadt der Welt kennt. So erinnert uns Miraflores ein wenig an das Westend in Frankfurt, dort hat allerdings die Finanzwelt und nicht ein Erdbeben die schönen, alten Häuser platt gemacht.

Miraflores ist unglaublich sauber, überall sind Straßenfeger im Einsatz, die aber meist nur Blätter auffegen, die Leute hier werfen keinen Müll auf die Straße. Sogar Radwege mit eigenen Ampeln durchziehen das Viertel, mit massiven Begrenzungen von den begehrlichen Autofahrern geschützt. Uns gefällt es sehr gut hier. Wir setzen uns in ein Straßenkaffee, bestellen eine halbe Flasche Weißwein und genießen. Die Schuhe lasse ich mir auch noch putzen, für 2 Soles (50 Cent) werden sie gewienert, so geglänzt haben sie neu nicht!

Um 20:00 Uhr finden wir uns im La Gloria, Calle Atahualpa 201, Miraflores +51 1 4455705 ein, ein Tipp von Jorn Baetke und seiner Assistentin. Laut Jorn ist Lima derzeit die Gourmethochburg von ganz Südamerika. Das Essen ist ausgezeichnet, Präsentation und Service ebenso. Nur, wir hatten keine Reservierung und kamen nur im Bistro unter, dort war es zu laut und zu kalt, was aber dem Genuss keinen Abbruch getan hat.