Mittwoch, 26. Februar 2014

Erholung im Thermalbad



26.04.2014

Wir fahren hoch zum Thermalbad Chachimbiro (GPS 0.466547, -78.233013) und erholen uns dort 3 Stunden in den unterschiedlich warmen Becken von 48°C bis hin zum „Polarbecken“ mit ca. 18°C, die Römer haben es Frigitarium genannt, sind viele Temperaturen vorhanden, aber kaum Publikum. Es hat uns sehr gefallen, Eintritt $5/Person. Der riesige Parkplatz eignet sich sicher auch als Übernachtungsplatz, ist aber relativ schräg, also ebenes Schlafen wird schwierig. Auf dem Rückweg parken wir in Ibarra vor einem Einkaufszentrum und finden bei der Rückkehr eine Visitenkarte am Auto von Hansjörg, der zusammen mit Patricia u.a. einen Campingplatz an der Laguna Yahuarcocha im Norden von Ibarra betreibt (www.finca-sommerwind.de, hapacon at gmail.com, GPS 0.375399, -78.089515). Sicher eine echte Alternative zu unserem Stellplatz. Und, wie es der Zufall will, taucht Hansjörg bei uns auf dem Platz auf, er kauft bei Graham die Pflanzen für seine Finca. Er eröffnet uns eine Alternative zu Peru, über die wir nachdenken müssen, man kann ein Visum für 180 Tage erhalten, welches das Auto einschließt. Morgen werden wir mal mit einem Deutschen in Lima telefonieren, der uns ebenfalls unterstützt bei den schwierigen Problemen Stellplatz und Zoll.

Dienstag, 25. Februar 2014

Schrauben in Ibarra



25.02.2014

Wir, also Graham und ich, pumpen den linken Tank leer und füllen den Diesel in leere Düngemittelkanister. Dann bauen wir den Tank aus, packen ihn auf Grahams Truck und füllen dort ca. 20 Liter Super ein. Auf der Straße vor Grahams Gärtnerei wird der Tank kräftig geschüttelt und gewendet und das Benzin auf der Straße ausgeschüttet. Meine Einwände gegen diese Methode kann Graham zwar gut verstehen, aber er meint, Unkraut etc. wird hier gerne mit Diesel oder Superbenzin bekämpft, ich solle mir deshalb kein schlechtes Gewissen machen.  Tue ich aber trotzdem, ein jahrzehntelanges, antrainiertes Umweltbewusstsein halt. Einen Teil des Benzins prüfen wir, es ist glasklar, also scheint der Tank sauber zu sein. Also wieder einbauen den Tank und morgen ausprobieren. Dann packt mich der Ehrgeiz und ich baue die Reservestandheizung ein und siehe da, einschalten und sie läuft, welch ein erhebendes Gefühl.

Gegen 17:00 bin ich fertig, in jeder Beziehung. Nebel zieht auf, es wird sehr kühl, wir ziehen uns in unser warmes Auto zurück, Irmi machte einen Grog, wenige Kilometer vor dem Äquator!

Ibarra in Ecaudor und Campfire nahe dem Äquator



24.02.2014

Die Einreise nach Ecuador ist problemlos, aber wie immer zeitraubend, diesmal lag es im Wesentlichen am lahmen Computer des Zollbeamten, was den fast mehr aufgeregt hat als uns. Und daran, dass wir eine Versicherung für Auto und Moped abschließen mussten, für ganze US$ 24 für beide Fahrzeuge und 90 Tage, auch das dauert. Die Damen müssen ja immer wieder Facebook checken und SMS lesen bzw. beantworten, das ist viel wichtiger als der doofe Kunde da.

Wir fahren nach Ibarra, wo wir bei Graham Karslake übernachten werden, wir hatten ihn per Email gefragt und positive Antwort bekommen (gkersy [at] hotmail.com). Der Tipp  stammt von www.Dare2go.com, der 2008/2009 die Panamericana bereist hat und alle seine Übernachtungsplätze sorgfältig dokumentiert hat.

Die Straße dahin ist in einem hervorragenden Zustand (Mittelstreifen und Seitenstreifen markiert, Notrufsäulen, keine Schlaglöcher), wenn sie nicht gerade im Bau ist. Und das ist sie oft, denn Ecuador hat Geld aus dem Ölboom und investiert massiv in die Infrastruktur.
Der Diesel kostet 1,02US$ pro Gallone, Bezin ist teurer mit 1,5$ für Normal und 2$ für Super.

Wir bummeln erst einmal durch Ibarra, die Begeisterung, mit der unser Reiseführer die Stadt beschreibt, können wir nicht nachvollziehen. Aber die hier ansässigen Indigenen vom Volk der Otavalo bewundern wir, die Frauen tragen eine ähnlich schicke Tracht wie die Maya und die Männer weiße Hosen, lustige Schuhe und einen Zopf. Und sie gehen mir maximal bis zur Schulter, was manchmal erstaunliche Einblicke ermöglicht.

Den Weg hinauf zu Graham finden wir dank unseres Navis zuverlässig, wir sind immer wieder erstaunt, wie gut, wenn auch nicht perfekt, das Kartenmaterial von OpenStreetMap ist.

Graham ist Australier, ist vor vielen Jahren hier hängen geblieben und betreibt eine Gärtnerei. Er begrüßt uns, als seien wir langjährige Freunde und endlich mal wieder zu Besuch. Wir stellen das Auto vor seinem Haus ab. Was für ein Blick auf Ibarra und seine umgebenden Berge, welch eine herrliche Anlage, keine Gärtnerei, ein Park.

Irmi wird von Lea, Grahams 16 Monate alte Tochter, in Beschlag genommen und ich spiele mit den zwei Hunden, Don Perro (Herr Hund!) und Gilbert. Gilbert ist ein rauflustiger, 8 Monate alter Kurzhaardackel und Perro ein 8 Jahre alter Mischling mit viel Schäferhund darin, so groß und kräftig ist er auch. Was Gilbert nicht hindert, ihn immer wieder zum Raufen zu reizen, Perro spielt mit.  Den Abend verbringen wir am Campfire, Gilbert bevorzugt den Platz auf meinem Schoß, Perro liegt neben uns und schläft meist. Campfire fast am Äquator, wer hätte das gedacht, wir genießen die Wärme, den Blick auf die Stadt und das Gespräch mit Graham.

Unser Standort 0.30697, -78.13194, 2450m hoch

Montag, 24. Februar 2014

Bei Regen in Richtung Ecuador



23.02.2014

Wir spazieren erst einmal durch das Dorf, mindestens fünfzig Buenas Dias erwidern wir, sehr freundliche Menschen hier. Das Dorf ist eine Mischung aus Spreewald, Neusiedler See und Bodensee. Die Häuser sind klein, erinnern aber an den alpenländischen Baustil, das Schilf am Ufer erinnert uns an den Neusiedler See und die vielen Kanäle an den Spreewald. Auf jeden Fall war es eine gute Entscheidung, den Abstecher hierher zu machen.

Leichter, aber stärker werdender Nieselregen bringt die Entscheidung, wir fahren. Gestern hatten wir mit dem Gedanken gespielt, den Aerius mal wieder zu Wasser zu lassen und hatten auch schon eine Einsetzstelle gefunden, doch bei dem Wetter macht das keinen Sinn, auch eine Bootsfahrt mit den Fischern nicht. Beim Überqueren des Passes regnet es dann richtig. Viele Amateurradfahrer im Renntempo kommen uns entgegnen, teilweise mit Begleitfahrzeugen, es scheint ein Amateurradrennen zu sein. Arme Kerle, im strömenden Regen bei 14° sich den Berg hochquälen zu müssen. Aber sie tun es freiwillig.

In Pasto soll es eine Werkstatt eines deutschen Mechanikers geben, Karl Koch heißt er. Am Telefon ist er nicht zu erreichen und an der angegebenen Adresse steht ein Hochhaus im Rohbau. Wir beschließen, das Dieselproblem in Ecuador zu lösen und fahren los, nun regnet es in Strömen. Die Straße ist rutschig, der sorglose Umgang mit Öl und Diesel hier fordert seinen Preis in Form von zwei Unfällen. Auf allen Pfützen und Rinnsalen schimmert Diesel bzw. Öl. Auch unser 1017 driftet in einer Linkskurve über die Vorderräder, also weniger Speed, insbesondere, wenn es eben ist, da bleibt die Sauce länger stehen.
Da hat Kolumbien noch ein massives Umweltproblem, aus den Bächen kann man hier nirgends Wasser entnehmen, auch auf dem Zufluss zur Lagune waren deutliche Ölspuren zu sehen.

Bergauf geht Vollgas, d.h. den Tempomaten auf 2500 Umdrehungen einstellen und dann im 2. oder 3. Gang fahren, je nach Steigung, macht einen Schnitt von unter 30km/h.

In Las Lajas nahe dem Grenzort Ipiales besuchen wir die Wallfahrtskirche, einen monumentalen Bau im gotischen Stil. Millionen von Menschen, überwiegend Indios, besuchen den Ort jährlich und viele körperlich Behinderte quälen sich die 150 Höhenmeter hinunter und wieder hinauf in der Hoffnung auf Heilung. Wir kommen uns vor wie in Lourdes oder Altötting, überall Devotionalienhändler, die den Menschen ihren Kitsch andrehen.
Eine Seilbahn ist im Bau, damit es die Alten und Kranken dann leichter haben.

In Ipiales stellen wir das Auto vor dem Zentrum b und gehen zu Fuß auf die Suche nach einem Internetcafé. Uns fallen einige Schnapsleichen auf, die einfach dort liegen, wo sie zusammengebrochen sind und ihren Rausch ausschlafen, niemand stört sich oder kümmert sich. Nach dem „Interneten“ trinken wir einen Kaffee in einer Bäckerei, es ist eine undefinierbare, graue Brühe mit scheußlichem Geschmack, eine Schande für das Kaffeeland Kolumbien.

Unser Tag endet, wie sollte es anders sein, im Regen auf dem Parkplatz eines Hotels 500m vor der Grenze.  Immerhin, es hat Internet.
Unser Standort 0.81656, -77.65846, 2800m hoch, 14°C und das kurz vor dem Äquator

Sonntag, 23. Februar 2014

Lagune La Cocha bei Pasto



22.01.2014

Bevor wir losfahren, lasse ich das Auto einschließlich Motor waschen. Dazu fahre ich es auf eine Rampe, damit auch von unten gewaschen werden kann. Dann fahren wir los, unser heutiges Tagesziel ist die Lagune La Cocha bei Pasto. Der Weg dahin führt uns hinunter in das Tal des Rio La Plata, der aus den Bergen mit Macht in Richtung Pazifik schießt. Landschaft und Fluss erinnern uns stark an den Fraser River.

Das Gebiet zwischen der Panamericana und der Pazifikküste ist fest in der Hand der Coca-Anbauer bzw. Drogenhersteller, die ihre Labors im Dschungel haben. Man sollte die Panamericana in Richtung Westen hier nicht verlassen. Angeblich ist der Rio La Plata auch Transportweg für Drogen, die auch in U-Boote verladen werden! Diese U-Boote sollen angeblich mit Hilfe russischer Veteranen konstruiert und gebaut werden.

Wir tun das nicht, sondern fahren immer in Richtung Süden durch eine großartige Landschaft, kommen hinunter bis auf 600m Höhe und entsprechender Hitze, dann geht es wieder hinauf auf 2400m, hinunter auf 1200m und schließlich ist der Pass zwischen Pasto und der Lagune 3200m hoch. Ich zähle die Höhenmeter nicht mehr und rechne auch keinen Verbrauch mehr aus. Vielleicht sollte ich mal die Lier pro tausend Höhenmeter ausrechnen, aber das ist mir zu viel Buchführung.

Wir fahren auf der Suche nach einem Stellplatz hinein in das Fischerdorf an der Lagune, das fast ausschließlich indigen ist, stellen das Auto ab und suchen zu Fuß, ohne Erfolg.  Eigentlich wäre der Parkplatz am Straßenrand gut geeignet, also fragen wir jemanden, der vor einem Restaurant steht.  Der meint, vor dem Haus neben dem Restaurant sei es viel besser.

Mehrere ältere Männer und Jugendliche sind zugange, als wir einrangieren und das Auto eben stellen.  Natürlich haben sie die üblichen Fragen, die Irmi geduldig und mit Lachen im Gesicht beantwortet.

Die Frage nach der Bezahlung wird fast beleidigt zurückgewiesen, sie nähmen kein Geld!

Am Abend bummeln wir noch einmal durch den Ort, vor dem Bootsanleger hat man ein Volleyballnetz aufgespannt uns die Jugend des Dorfes spielt, miserabel zwar, aber mit viel Begeisterung. Dass der Ball regelmäßig aus dem Wasser gefischt werden muss, stört niemanden, man ist eingerichtet. Mit einer langen Stange, ggf. unter Zuhilfenahme eines der vielen Boote wird er gefischt. Die Einheimischen reden mit uns, das meiste verstehen wir nicht, ich sowieso nicht und auch für Irmi reden sie viel zu schnell, aber es stört nicht, wir sagen „si“ und lachen und man lacht mit, laut und herzlich.

Unser Standort 1.14283, -77.15418, 2800m hoch