Mittwoch, 10. April 2013

Acapulco



09.04.2013

Die Route nach Acapulco präsentiert sich erst wieder in der bekannten Schönheit, die letzten 100km sind jedoch langweilig, die Orte werden häufiger, damit auch die Topes. Und auch die Kontrollen durch Polizei und Militär. Wir bleiben jedoch verschont davon, werden immer durchgewinkt. Macht es die gelbe Farbe des Autos oder die Aufschrift Alemania? Egal, Hauptsache, etwas wirkt.
Den  Campingplatz kurz vor Acapulco finden wir sofort, wieder sind wir die einzigen Gäste. Als erstes gehen wir in den Pool, vom Meer wird hier im Führer abgeraten, die Wellen sind wirklich hoch und die Unterströmungen sollen sehr stark sein. Es ist auch niemand im Wasser, auch keine der einheimischen Jugendlichen!

Die schönste Küstenstraße der Welt? 

Dienstag, 9. April 2013

Eine wunderschöne Küste entlang



05.04.2013 – 09.04.2013

Zuerst einmal die schlechte Nachricht, die Bilder der letzten Tage sind auf der Speicherkarte, aber die weigert sich, sich lesen zu lassen. Zuerst wollte ich sie wütend in die Tonne werden, nun aber denke ich, ich nehme sie mit nach Hannover, vielleicht gelingt es mir dort, sie auszulesen.

Wir wollen in die Berge und starten in Richtung Tepic. Gegen 10:00 durchfahren wir einen kleinen Ort,  dort riecht es schon nach Pollo Asado, also gebratenes Huhn und die ersten sitzen auch schon unter Palmendächern und lassen es sich schmecken. Es ist offensichtlich, was dem Bayern seine Weißwurstbrotzeit ist dem Mexikaner sein Pollo. Wobei die ganz anders gegrillt werden als bei uns, nämlich flach liegend auf dem Grill. Wie man die so flach bekommt? Keine Ahnung, wahrscheinlich zerklopft man den Brustkorb des Tieres.

Tepic liegt auf 1000m Höhe, auf dem Wege dahin wird es immer grüner und immer wärmer. Wir haben uns wenig Gedanken über Tepic gemacht und stellen mit Erstaunen fest, eine Stadt mit über 200.000 Einwohnern mit einer großen, rauchenden Zuckerfabrik in der Mitte. Hoch aufgeladene LKW bringen das Zuckerrohr durch den städtischen Verkehr zur Fabrik. Industrie wie bei uns in den Sechzigern, da standen die Hütten auch mitten in der Stadt.

Den RV-Park zu finden mitten in der Stadt erweist sich als schwierig, da die Beschilderung, auch die der Straßennummern, äußerst dürftig ist. Aber irgendwann finden wir die passende
Pemex-Tankstelle und damit den Platz. Pemex ist die staatliche Mineralölgesellschaft in Mexiko, sie hat das Monopol auf Benzin und Diesel. Pemex betreibt eine Unmenge von Tankstellen, alle mit Bedienung, also eine Art ABM. Und jede Pemex hat eine Nummer, also eine ausgezeichnete Orientierungsmöglichkeit.

Der Platz liegt hinter einem Torbogen und wir stehen auf Gras, seit langem einmal wieder.

06.04.2013

Auf der MEX200, die uns bis hinter Acapulco erhalten bleiben wird, geht es hinunter ans Meer nach Puerto Vallarta. Die von dort zurückkommenden Osterurlauber kommen uns Stoßstange an Stoßstange entgegen, damit hatten wir nicht gerechnet. Puerto Vallarta selber ist ein Urlaubsort, wie es ihn an solchen Küsten auf der ganzen Welt gibt; riesige Hotels, Vergnügungsparks und Shopping, selbst C&A entdecken wir im Vorbeifahren.

Auch im Straßenbild sehen wir nun europäische Autos, die wir in Amerika noch nie gesehen haben, Opel Meriva und Zafira z.B., Renault und einen Krankenwagen von Peugeot.

Wir fahren weiter, hier wollen wir nicht bleiben.

Die Küstenstraße wird nun wildromantisch,  steigt hinauf über das Meer und erlaubt tolle Ausblicke auf die Steilküste und windet sich dann wieder hinab ans Meer in stille Buchten, wo wunderschöne Badeplätze sind. Alle Welt schwärmt von der Küste von Big Sur in Kalifornien.  Die haben alle diese Küste noch nicht gesehen!
Nur das Fahren ist anstrengend, nicht nur wegen der Aufs und Abs und der vielen Kurven, nein, sobald drei Häuser neben der Straße auftauchen, gibt es „Reductores Velocidad“ oder auch topos genannt, in den USA heißen sie Bumper. Hier sind sie eine Plage, ein topo kommt nie alleine, jedes Dorf hat mindestens vier. Und auch auf vierspurigen Umgehungsstraßen tauchen unvermittelt diese Dinger auf und zwingen zur Vollbremsung, denn mehr als erweiterte Schrittgeschwindigkeit geht da nicht. Ich bin zweimal zu schnell darüber, danach hing unser Mopedle nur noch am „seidenen Faden“.

Unsere müden Häupter haben wir Punta Perula zu Ruhe gelegt, bei einem alten, freundlichen mexikanischen Paar, das hier einen kleinen Trailerpark betreibt. Außer uns stehen noch ein amerikanisches und ein kanadisches Wohnmobil hier.

07.04.2013

Erst verfranzen wir uns in Manzanillo und finden nur wieder mit Hilfe der Polizei heraus, die ich anspreche und die meinten dann „follow me“. Sehr freundlich, gerne, Danke! Dann auf Grund unklarer Beschreibungen in Tecomán, aber nicht so schlimm, mit Hilfe des GPS finden wir erst die Richtung und dann die Straße.

Der gesuchte Campingplatz existiert nicht mehr, nach ein paar Kilometern über Stock und Stein und durch Busch stehen wir vor den Resten von Stellplätzen und  verfallenen Gebäuden.

Also weiter nach El Faro.  Dort bleiben wir, wie im Führer beschrieben, neben einem Restaurant stehen, gehen dort zum Essen, guter Fisch, scharfe, selbstgemachte Tomatensauce und keine Bohnen! Aber auch keine Messer, die wir erst nach Bitten bekommen.

08.04.2013

Weiter geht es diese wunderschöne Küste entlang über Playa Azul nach Zihuatanejo, wieder ein internationaler Badeort, auch der Club Med ist hier vertreten. So weit weg wie irgend möglich finden wir einen Platz, ein weiteres Wohnmobil steht noch da, ansonsten Leere und Stille. Gut, das Meer rauscht gewaltig und wir gehen hinein zu Erfrischung, obwohl das bei den Wassertemperaturen nur noch relativ ist. Auch der Pool, den wir zum „Entsalzen“ aufsuchen, ist alles andere als kühl

Freitag, 5. April 2013

Noch ein Tag Rekonvaleszenz am Pazifik




04.04.2013

Das Gespräch mit den deutsch/französischen Nachbarn hat keine neuen Erkenntnisse gebracht hinsichtlich unseres Zollproblems. Sie sind, nach einigen Startschwierigkeiten, dann doch losgefahren.  Der Fiat wollte einfach nicht anspringen, schrauben war angesagt.
Wir verbringen den Tag am Strand, den wir für uns allein haben. Nach einer Stunde habe ich so viel Salz auf der Sonnenbrille, dass ich kaum noch durchschauen kann und auch auf den Bronchien. So schön kann Inhalieren sein.
Die in den schönen, kleinen Bungalows urlaubenden Mexikaner bevorzugen den Pool.

Wir lassen uns von den Wellen herum werfen, ist die Welle weg, steht man knapp knietief im Wasser. Dann kommt die Welle über einen, wirft uns viele Meter an den Strand und der Rückfluss nimmt uns wieder mit in Richtung Meer. Unter dem Sonnenschirm beobachten wir die Strandkrabben, die immer wieder aus dem Sand auftauchen. Sie sind zum Teil winzig, wie eine kleine Spinne, zum Teil größer als ein Handteller. Das Verhalten ist jedoch identisch: Man gräbt sich aus dem unsichtbaren Sandloch, läuft „quer“ herum und flüchtet bei der geringsten Bewegung, die wahrgenommen wird, in sein Loch, und zwar zielgenau und ohne zögern, auch wenn das viele Meter entfernt ist und dazwischen Löcher von anderen Krabben sind.

Und der Flug der Pelikane ist interessant, in sauberen Formationen gleiten sie exakt über dem Wellenkamm, bis dieser bricht. Dann sucht man sich eine neue Welle. Surfen auf „pelikanisch“ sozusagen. Wir vermuten, dass es über der Wasserwelle eine Welle in der Luft gibt, die den Pelikanen Spaß bereitet.

Den ganzen Tag herrscht kräftiger Wind, der nach Sonnenuntergang (rot wie in einem Hollywoodschinken) richtig kühl wird, wir ziehen uns in das Auto zurück.

Rekonvaleszenz am Strand mit mexikanischer Nixe
Dank der Hilfe eines Kollegen aus meinem früheren Leben scheint sich einiges zu klären, er ist bei einem der größten Logistikdienstleister der CIO, wenn es die nicht wissen?

Die Aufenthaltsdauer des Autos kann ausgedehnt werden, es gibt also die Perspektive, bis Costa Rica zu fahren und entweder von dort mit den Fernbussen zum Flieger nach Panama zu fahren, sicher spannend, oder Condor bucht uns zu akzeptablen Bedingungen um, mal sehen. 


Mittwoch, 3. April 2013

Stille Tage am Pazifik



31.03.2013

Der Ostersonntag beginnt ruhig, denn es sind keine Amerikaner auf dem Platz oder im Hotel, die schon kurz nach sechs mit dem Kaffeepott in der Hand schwatzend über den Platz laufen. Mexikaner gehen es ruhig an, gegen Mittag ergreift sie jedoch dann auch Aufbruchstimmung, Ostermontag ist in Mexiko unbekannt. Wir gehen in das Restaurant zum Essen, wir sind die einzigen Gäste. Es gibt riesige Shrimps, frittiert, dazu jede Menge Saucen, auch aus der Flasche. Ein Mexikaner mittleren Alters nimmt sich unser an und managt das Essen, er spricht passables Englisch. Hübsch, er saß mit freiem Oberkörper da, als er mit uns zu sprechen begann, musste seine Frau ihm ein Hemd holen. Er fühle sich sonst nicht wohl, erklärt er uns. Er will viel wissen über Deutschland und wir versuchen, so gut es geht, seine Fragen zu beantworten.

Nach dem Essen geht es mir wieder schlecht und ich lege mich hin.

01.04.2013

Es geht mir den ganzen Tag mehr als bescheiden, ich verbringe ihn im Auto und auch im Bett. Irmi liest am Strand und genießt den Pazifik.

02.04.2013

Trotz meines immer noch nicht guten Zustandes brechen wir auf, ein Fehler, wie sich später herausstellt.  In Mazatlan entdecken wir ein McDoof, aber es gibt kein freies Internet. Man muss sich registrieren und das scheitert schon an der Mobilfunknummer, die im internationalen Format nicht akzeptiert wird. Nun denn, wir werden es verkraften.

Hinter Mazatlán geht es mir immer schlechter und ich bin heilfroh, als wir bei Escuinapa das Tagesziel Teacapan erreichen, Stellplatz am Meer mit endlosem Strand.  Ein deutsch/französisches Paar steht ebenfalls mit seinem WoMo da.

Ich verschwinde früh in das  Bett, mit Fieber.




03.04.2013

Ich habe mir fast die Seele aus dem Hals gehustet in der Nacht und das Röcheln und Pfeifen in meiner Brust haben mir den Schlaf geraubt und Irmi auch. Gegen Morgen wird es besser und ich schlafe ein.

Beim Duschen dann, ich fühle mich deutlich besser, klopft ein Amerikaner an die Türe, er sei stecken geblieben im Sand, ob ich ihm helfen könne. Noch vor dem Frühstück richten wir das Auto so her, dass wir fahren können und begeben uns an den Ort der Bescherung. Ein riesiger Truck mit einem 5th-Wheeler dahinter steckt im Sand der Straße fest, das Zugfahrzeug (ohne Allradantrieb!) hat sich bis auf die Hinterachse eingegraben.  Er hat bereits ein Seil am Trailer festgemacht und meint, ich solle ihn nach hinten heraus ziehen. Ich protestiere, weil ich Angst habe, den Trailer zu zerreißen. Aber vorne am Truck findet sich tatsächlich kein geeigneter Punkt, ein Abschleppseil festzumachen, immerhin soll ich fast 8to wegziehen. Alles billiges Plastik oder dünnes Blech. Mit der Stoßstange kann man noch nicht einmal einen Kleinwagen aus dem Straßengraben ziehen, geschweige denn, die 8to des Gespanns auf glatter Straße ziehen. Unglaublich, alles Schau, aber es ist kein Abschlepppunkt vorhanden.

Also ziehe ich ihn doch nach hinten, ganz vorsichtig raus, nur im Standgas, das genügt.

Sofort fragt mich seine Frau, was es kostet. Im Brustton der Überzeugung und im Gefühl der guten Tat lehne jegliche Bezahlung ab, es lebe die deutsch-amerikanische Freundschaft.




Zum Frühstück pflücke ich eine Kokosnuss von der Palme an unserem Platz, es gibt also Kokossaft anstatt Orangensaft. Jetzt müssen wir nur noch Baströckchen tragen und Blumen im Haar.

Nach dem Frühstück marschiere ich über eine Stunde in der Aerosolzone den Strand entlang, niemand begegnet mir. Das tut meinen Bronchien ausgezeichnet und wir wiederholen es am Nachmittag noch einmal, diesmal wage ich mich sogar in das warme Wasser.

Es sind Amerikaner angekommen und was tun die als erstes? Das Quad auspacken und den Strand entlang fahren, Lärm und Gestank verbreiten. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

Montag, 1. April 2013

An der Pazifikküste nach Süden



30.03.2013

Auf dem Weg zurück zur Küste besichtigen wir einen Friedhof in einem Dorf, es ist für unsere Augen ein Chaos. Die Gräber sind kreuz und quer angelegt, ohne jede Ordnung. Man legt Papierblumen auf die Gräber, die dann der Wind als Müll überall hin verfrachtet. Auch sonst liegt viel Müll herum. Als Blumenvasen, wenn man denn richtige Blumen auf das Grab stellt sind aufgeschnittene Colaflaschen sehr beliebt. Man macht sich aber nicht die Mühe, die Banderole abzumachen. Ein für uns sehr seltsames Verhältnis haben die Mexikaner zu ihren Toten.


Auf der Autobahn geht es die Küste entlang in Richtung Süden durch flaches, landwirtschaftlich intensiv genutztes Gebiet. Immer wieder werden wir von leichten Trucks überholt, auf deren Ladefläche fröhliche Menschen sitzen und uns zuwinken. Bis zu elf Personen auf der Ladefläche haben wir gezählt und drei im knappen Führerhaus. Dazu braucht man bei uns schon einen Personenbeförderungsschein, also den Führerschein Klasse D. Hier interessiert das niemand, denn auch die Polizei befördert ihre Leute auf der offenen Ladefläche der Trucks. Die haben aber immerhin Bänke auf der Ladefläche und einen angedeuteten „Überrollbügel“. Der normale Passagier auf der Ladefläche sitzt auf dem Boden, ganz Mutige auf der Bordwand. 
Familienausflug mit dem Motorrad geht so: Ein Kind auf dem Tank, dann der Mann, dann wieder ein Kind und dann ganz hinten, schon halb auf dem Gepäckträger die Mama. Sind Papa und Mama relativ schlank (der Papa meist, die Mama selten), gehen auch schon mal zwei Kinder auf dem Tank. 

Jetzt wird uns auch klar, warum manchmal so viele Kreuze an einer Stelle am Straßenrand stehen, wenn so ein Fahrzeug verunglückt, gibt es viel Tote.

Nach acht Stunden Fahrt erreichen wir unser Ziel, das Hotel mit Campingplatz Villa Celeste, ca. 80km nördlich von Mazatlán. Der Platz ist sehr familiär geführt, viele Mexikaner verbringen hier ihren Osterurlaub, sie haben uns sehr freundlich aufgenommen. Sie kratzen ihr bisschen Englisch zusammen, damit sie sich mit uns unterhalten können, wir betrachten es als ein Kompliment. Der Sohn des Besitzer des Platzes, Noah heißt er und sein Cousin Iwan sprechen gutes Englisch. Typisch mexikanische Namen, nicht wahr?


Dort ist auch die Erkältung bei mir endgültig angekommen, die ich mir auf dem Schiff geholt habe. Kein entspanntes Sitzen am Meer, sondern schnellstmöglich ins Bett.

Unsere Route zur Villa Celeste