Montag, 13. Juni 2011

Quebec City

Der Tag beginnt, wie der alte geendet hat, mit heftigen Regen. Wir skypen und dann brechen wir auf, es nieselt nur noch. Wie nehmen den Bus. Fahrkarten kaufen wir bei Pharmaprix, einem Zwischending zwischen Edeka, Rossmann, Apotheke und Arzt. Seltsam. Das Umsteigen klappt, nur beim Aussteigen sind wir uns nicht einig und landen weit außerhalb. Irmi fragt jemanden mit Stadtplan in der Hand und der antwortet auf Deutsch (mit Schweizer Akzent), dass wir zu weit seien und sagt uns, wo wir aussteigen müssen. Also zurück und dann finden wir die geeignete Haltestelle für die Quebecer Altstadt. Es regnet kaum, ist aber unglaublich stürmisch. Dummerweise habe ich meinen Hut dabei, den trage ich nun spazieren. Auf der Zitadelle, es ist ein noch aktiver Armystützpunkt, hat sich ein Bus der Armee an eine Ampel gelehnt und steckt fest. Wir verfolgen die Bergung, wobei sich der Berge-Lkw beinahe in der Wiese festgefahren hat und dabei bedrohlich nahe an ein Infohäuschen gerutscht ist. Wir kommen ins Gespräch mit einem Zuschauer, es war der Commander der Zitadelle, ein unglaublich lockerer, ironischer Typ, der begeistert von seiner Zeit bei der Nato in Heidelberg erzählt. Wir wetten, ob die Bergung klappt, ich verliere, sie klappt.

und dann zurück mit dem Bus, Irmi bittet die Fahrer, uns die Haltestellen zu sagen, wo wir um-und aussteigen müssen, was problemlos klappt. Die Busfahrer sind völlig anders als bei uns, sie fahren, als müssten sie ein Rennen gewinnen. Aber wenn nach dem Anfahren noch jemand kommt, kein Problem, es wird angehalten. Und das Fahrrad kann man vorne am Bus befestigen mittels eines abklappbaren Fahrradständers.

Keine Karte heute! Bilder von Quebec auch nicht, wir gehen morgen nochmal in die Altstadt, dann scheint vielleicht die Sonne.....

Sonntag, 12. Juni 2011

Auf in Richtung Quebec

Der Morgen ist wunderschön und es fällt schwer, das Frühstück zu beenden und zu packen. Monique und Daniel verabschieden sich mit vielen Bisous und ich entdecke, dass das Verlängerungskabel, dass zu den zusätzlichen Rückleuchten führt und VOR dem Ablassen abgesteckt werden muss, abgerissen ist. Ich Trottel hatte das vergessen. Also Werkzeugkiste raus und neu Verkabeln.  Dauerte Gott sein Dank nur ein paar Minuten, ich habe mich trotzdem geärgert. 

Die Fahrt geht durch die Berge, fast wie in den bayrischen Voralpen, in Richtung Strom. Eine wunderschöne Küste/Ufer bei diesem Wetter. Die Straße jedoch hat knackige Anstiege und Abfahrten. Bis Quebec haben wir sicher 2000 Höhenmeter hinauf und wieder hinunter "gemacht".



In La Malbaie kaufen wir ein, auf dem Parkplatz steht ein Streifenwagen. Der Officer schaut interessiert und winkt freundlich, bon voyage!

Einkaufen, ein Thema für sich:
Die Packungsgrößen sind auf Großfamilien abgestimmt, Butter gibt es nur im Pfund, Orangensaft ab 1,5ltr. Bei Milch ist die kleinste Menge 1 ltr, nach oben fast unbegrenzt. Bacon gibt es nur in Großpackungen ab 250g, geräuchertes Wammerl oder Tiroler Speck sind unbekannt. Bacon schrumpft in der Pfanne um 80%. Obst, Gemüse und Milchprodukte sind relativ bis sehr teuer, Fleisch jeder Art unglaublich billig, solange es nicht zu Wurst verarbeitet ist. Nicht fettreduzierte Produkte sind deutlich in der Unterzahl, bei z.B. Joghurt kaum vorhanden, es sei denn, in kleinen Wassereimern. Wir entschließen uns zu den Wassereimern.....

Irmi möchte gerne auf die Île aux Coudres, hat aber Bedenken wegen unserer Größe/Gewicht. An der kostenlosen! (daran sollten sich die Norweger mal ein Beispiel nehmen, da hätte ich sicher €100 gezahlt) stellt sich heraus, dass die Kanadier alles etwas großzügiger sehen, sie beschränken das Maximalgewicht eines Fahrzeuges auf 65t, wenn schon, denn schon.
Vor den schwierigen Stellen muß man in einer "Lehrspur", anhalten, um das Schild zu lesen und ggf. umkehren. Wir fahren weiter!





Unser Stellplatz, direkt am Strand. Nachdem wir die Insel einmal mit dem LKW umrundet hatten und die drei Campingplätze (alle ohne Internet) gesehen hatten, trafen wir auf diesen Platz, der uns gefiel. Wir umrundeten die Insel noch einmal in entgegengesetzter Richtung mit dem Moped.
Am Abend kurvte ein Einheimischer mit seinem Quad über den Strand, er sprach sehr gutes Englisch und meinte, wir sollen ruhig stehen bleiben, es sei kein Problem. Das Problem kam wie angekündigt am späten Abend und in der Nacht, Regen!
Wir müssen die 18% wieder hinauf, was unser Auto zwar langsam im ersten Gang, aber problemlos schafft, es dauert halt. Unser nächstes Ziel ist das Künstlerdorf Baie-Saint-Paul, dessen schöne, alte Häuser selbst bei diesem Sch...wetter leuchten, es sind nur noch 12 Grad. Wenn nur die Leitungen nicht wären...

Auf dem Weg nach Quebec überqueren wir eine 750m hohen Paß, dort herrscht dichter Nebel. Die Kanadier rasen wie die Irren ohne Licht, manche mit eingeschalteter Warnblinkanlage durch den Nebel. Ich fahre 50km/h und bin froh, so weit oben zu sitzen, sollte es krachen. Als wir aus dem Nebel heraus waren, kamen uns mehrere Streifenwagen mit beeindruckender Beleuchtung und ebensolchem Sirenengeheul entgegen, es hatte wohl gekracht. Und ich dachte, nur die Deutschen fahren wir die Bekloppten, aber Quebecois sind halt Quebecois und keine irgendwelchen Kanadier.



Wir besichtigen Sainte-Anne-de-Beaupré, das Lourdes oder Altötting Amerikas. Ich möchte niemanden in seinem Glauben beleidigen, aber für mich ist es Götzenverehrung und vor allem Kitsch. Die Kirche wurde nach einem Brand 1923 neu aufgebaut, an dieser Stelle stand bereits 1658 eine Kapelle. Wer mehr darüber wissen möchte, befrage das Internet. Ich jedenfalls habe mich geweigert, auch noch das Cyclorama zu besichtigen. Es zeigt ein 360 Grad Panorama von Jerusalem zu Jesus Zeit, das z.T. gemalt ist und z.T. mit Figuren aufgebaut ist.

Wir fahren über den Strom auf die Insel Île d'Orleans, vielleicht gibt es dort einen schönen Platz für uns. Was wir vorfinden ist eher Elbchaussee in Hamburg. Wobei die Grundstücke deutlich größer sind und es sich meist um "Sommerhäuser" handelt. Bewundernd durchfahren wir die Südspitze und kehren dann zurück zum Festland.

Es regnet in Strömen und wir fahren zum Beauport Municipal Campground. Es gibt keine freien Plätze (es geht los mit den Sommerreisen der Kanadier!), aber auf dem Parkplatz an der Rezeption können wir stehen, dort gibt es auch Internet.  




Der Blog ist fertig und angesichts der Lage werde ich mir einen Rotwein gönnen, Irmi hat ihn schon vor sich stehen.


Die neu installierte Luftheizung sorgt für angenehme Wärme. Danke Michael, dass Du mich dazu überredet hast!


Hoffentlich ist morgen besseres Wetter, wir wollen mit dem Moped die Stadt Quebec erkunden.


Und, wie immer das war unsere Tour in den letzten zwei Tagen

Es regnet immer noch.....

Freitag, 10. Juni 2011

In L'Anse-St-Jean am Saguenay-Fjord

Wir wachen auf und es ist strahlender Sonnenschein, die Luft seidig und warm. Wir beschließen zu bleiben, der Tag ist zu schön, um zu fahren. Wir können es dann aber doch nicht lassen und fahren mit dem "Moped" durch die Gegend. Erst durch den Ort. Über der Marina stehen sehr schöne Häuser mit großen Grundstücken und einem traumhaften Blick auf Bucht und Fjord. Eines steht zum Verkauf, wir kommen mit dem Besitzer ins Gespräch, er will $200.000 dafür haben, das sind derzeit unter €140.000. Aber eine Alternative zu Ruhpolding ist es nicht, die Anreise ist einfach zu umständlich.


Kirche und Pfarrhaus



Auf einer unpaved road (Sandstraße) fahren wir zu einem Aussichtspunkt im Nationalpark. Ca. 5km lang und ganz schön steil, da pfeift unser Motörchen aus dem letzten Loch und Irmi stöhnt, weil ich auf keinen Fall wegen Kurve oder Schlagloch Gas wegnehme. Aber die Aussicht ist super, auch wenn dort ein riesiger 110m hoher Strommast steht. Die Leitungen überspannen den Fjord in 60m Höhe, im Winter dehnen sich die Leitungen durch die Eislast so, dass es nur noch 30m sind, trotz der Kälte.






Wir fahren dann noch zu einem Baumarkt, auf dem Rückweg überholt mich eine Harley, der Fahrer grüßt! In Deutschland werde ich immer ignoriert. Und vor dem Baumarkt werden wir gefragt, wie viele PS unser "Moped" denn hätte. Das Ding macht anscheinend was her und ist hier unbekannt.
Zurück auf dem Platz, es wird es immer voller, das Wochenende naht. Riesige Wohnmobile kommen an mit angehängten Autos und Aufliegerwohnwagen.
Wir bekommen Besuch von Monique und Daniel, die uns ausfragen und uns mit einem Drink versorgen. Da die beiden ständig ein Glas in der Hand haben, hatte ich schon Bedenken, aber es blieb bei dem einen Glas.
Wir beschließen, morgen abzufahren, also muss das Motorrad wieder hoch! Dank Michaels ( er ist mit seiner Frau Jutta auf seiner Tramp III auf dem schwarzem Meer in Richtung Sochi unterwegs) genialer Idee mit der Übersetzung im Seilzug ist das keine schweißtreibende Arbeit mehr, aber Aufsehen erregen wir natürlich wieder, es wird fotografiert. Man fragt mich, warum ich denn keine elektrische Winde habe. Meine Antwort, Mechanik geht seltener kaputt, erstaunt und macht nachdenklich.


Als die Sonne versinkt, wird es merklich kühl, die Mücken sind auch da, also verschwinden wir in unser Auto. Morgen geht es wieder an den Strom und dann in Richtung Quebec City.

Donnerstag, 9. Juni 2011

Am Saguneay-Fjord entlang und rund um den Lac Saint Jean

Wir sind also den Fjord entlang gefahren, das Wetter wurde immer schlechter, es goss teilweise in Strömen. Im Nationalpark wollten wir wenigstens einen Blick auf den Fjord werfen (bis dahin geht die Straße durch die Berge abseits des Fjordes). Ich zeige unsere kanadischen Nationalparkausweise und werde belehrt, sie gelten nicht, hier sei Quebec, nicht Kanada. Manchmal nerven die Quebecois gewaltig mit ihrem Separatismus. Wütend drehe ich, für einen Blick zahlen wir keine $20. In Ste-Rose-du Nord fahren wir dann an den Fjord bei besserem Wetter. Hier legen im Indian Summer die Kreuzfahrer an. 

Wir treffen einen Deutschen, der, nachdem er die halbe Welt mit dem Fahrrad durchquert hat, hier hängen geblieben ist und zusammen mit zwei Kanadiern alternativ-ökologische Häuser baut, ohne Nägel selbstverständlich. Man hobelt mit der Hand! Sie haben eine Kooperative gegründet und sind mit vier Aufträgen im Jahr zufrieden, im Winter bekommt man Arbeitslosengeld.
 
Wir fahren weiter und ich bin ein wenig erstaunt, dass uns immer wieder LKW mit neuen! Autos darauf entgegen kommen. Wir dachten, wir fahren in die Wildnis, stellen aber in Chicoutimi fest, hier ist Industrie, Landwirtschaft und dichte Besiedelung. 
Wir übernachten in Ste Monique und sind auf dem Platz mit Bibern und Vögeln allein. Das Lagerfeuer mussten wir wegen eines Gewitters abbrechen. In der Nacht hat es weiter geschüttet. Am Morgen war das Wetter brauchbar und zum mittäglichen Picnic (Hummerbrötchen!) am See in Roberval schien richtig die Sonne. 
Irmi bereitet den Hummer vor, als ich ein lautes Tuten eines nahenden Zuges höre(Das Bahngleis verläuft direkt hinter uns). In Erwartung eines riesigen Güterzuges stehen wir am Gleis. Was kommt? Ein aufgegleister Pick-up!


Bei schönem Wetter fahren wir wieder in Richtung St. Lorenzstrom, in L'Anse-St-Jean, einem sehr schönen Örtchen am Fjord schlagen wir unser Nachtlager auf, wir haben sogar Internet. Das Feuer ist aus, so kann ich bloggen.



Und das war unsere Route

Mittwoch, 8. Juni 2011

Whalewatching und andere Begegnungen

07.06.2011
Wir starten bei recht gutem Wetter in Richtung stromaufwärts. Wir fahren in die Indianersiedlung Betsiamites und beobachten einen Kindergarten, der Besuch von der Feuerwehr bekommt. Die Kleinen sind wie Schlittenhunde an der Leine, ungewöhnlich, aber praktisch.




In Forrestville entdecke ich einen Truckservice, der vertrauenerweckend aussieht. Wir fragen und kommen auch gleich an die Reihe. Ein ähnliches Teil wie ich es brauche, hat er nicht, aber es wird gut improvisiert, das Ganze kostet $25.


Ab hier wird das Wetter schlechter. Irgendwo bei Portneuf Bieber-sur-Mer machen wir eine Kaffeepause. Zwei ältere Franzosen mit eine PKW ebenso, aber die trinken Bier! Sie sprechen mich in recht gutem Englisch an, wir kommen ins Reden über Diese und das und ich musste höflichkeitshalber ebenfalls ein Bier trinken. Alles bei leichtem Nieselregen im Freien.



In Longue-River besichtigen wir einen großen Wasserfall, als wir in einem Nebenbach einen Bieber abtauchen sehen. Wir stellen uns ganz ruhig in der Nähe der Burg an das Ufer und siehe da, er taucht wieder auf. Ich kann fotografieren und es dauert sicher eine halbe Minute, bis er uns bemerkt und abtaucht.

Weiter zum Whalewatching nach Les Bergeronnes, aber die haben noch Winterruhe, erzählt uns ein junger Franzose aus dem Elsass, der kein Deutsch kann. Aber von den Outlets in Metzingen, da schwärmt er.
Ich buche dann in Tadoussac eine Tour mit dem schnellen Schlauchboot, das Wetter ist wieder gut. Irmi hat Angst um ihren Magen und bleibt an Land.






Die Fahrt mit dem schnellen Boot ist beeindruckend und es gibt auch ausreichend Wale zu sehen, auch Belugas, aber keine großen Finnwale. Das war auch nicht meine Erwartungshaltung, ich bin sehr zufrieden mit der zweistündigen Tour, die sehr ruhig war, da hätte auch meine Frau kein Problem gehabt.
Auf der Suche nach einem Campingplatz entdecken wir einen schönen Platz in den Dünen hoch über dem St. Lorenz und beschließen zu bleiben. Nebenan steht ein junger Franzose aus der Auvergne, der hier mit dem Auto von Verwandten Urlaub macht, ein netter Kerl.
Wir haben Hunger und verschwinden in unserem Auto. Beim Essen fragt Irmi, ob die Fenster durch das Kochen so angelaufen seien? Nein, es war dichter Nebel, der vom Strom heraufgezogen war. Wir überlegen, ob wir morgen Whalewatching mit dem Aerius machen. Wir werden es morgen entscheiden.


08.06.2011
Der Nebel war zwar die letzte Nacht zeitweise weg, ist aber jetzt wieder dicht vorhanden.

Der Ausflug mit dem Aerius ist viel zu riskant, also, wir fahren den Fjord entlang an den Lac Saint Jean, ca. 250km. Wenn wir dort ein besseres Internet haben werden als hier, folgen dann Bilder, ansonsten später.

Montag, 6. Juni 2011

Ruhetag am St. Lorenz Strom




Das Wetter ist wider Erwarten schön und wir beschließen, einen Tag hier zu bleiben. Mal sehen, wie kalt das Wasser ist.

Ansonsten nutzen wir den Tag, um zu putzen, die Wäsche zu waschen (Waschmaschine wäscht nur kalt!) und mittels des recht schnellen Internets den Blog und die Bilderalben zu aktualisieren.
Der Campingplatz könnte auch irgendwo in Frankreich liegen, rustikale Ausstattung und überall sinnlose Regeln, die keinem interessieren.



 Gegen Mittag kommt wieder Nebel auf, der kalte Strom und die warme Luft eben.




Sonntag, 5. Juni 2011

Wir stehen am St. Lorenzstrom und warten auf die Fähre

03.06.2011

Der Morgen ist kalt als wir in Richtung USA aufbrechen, den gestauten St. John River entlang. Wir fahren an wunderschönen Grundstücken mit Seeblick bzw. eigenem Steg vorbei, teilweise „on sale“. In Nackawic holen wir das erste Mal Bargeld aus dem Automaten, es funktioniert ähnlich wie in D. Vor der Bank stehen zwei Frauen und verkaufen gegrillte Bratwurst, wir gönnen uns je eine, Stückpreis $4. Sie erzählen uns, dass der Stausee im Winter zufriert und ein phantastischer Spielplatz für Iceskating und Skidooing sei. In Woodstock (nein, nicht DAS Woodstock) verlassen wir den Highway in Richtung USA.
An der Grenze brauchen wir 30min bis alles erledigt ist. Der Grenzer war freundlich aber korrekt. Ein über die 90 Tage hinausgehendes Dokument hat er aber nicht ausgestellt. Nun gut, brauchen wir auch nicht. Es wurde das Auto (jedes) automatisch fotografiert, Fingerabdrücke genommen und ein Bild für das Besucheralbum der USA gemacht. Und die üblichen Fragen nach woher, wohin, warum, wie viel Geld hat man dabei, will man in den USA arbeiten, haben Sie Waffen dabei, Gemüse, Fleisch, Obst, Pornos usw. usw. Und dann muss man noch $6 Eintritt pro Person bezahlen. Die Einreise nach Russland war einfacher. Eine Inspektion des Autos wurde angekündigt, aber nicht durchgeführt.
Dann zum Tanken, der Diesel ist hier ca. 15 Cent billiger als in Kanada, er kostet umgerechnet €0,80. Ein reger Tanktourismus ist im Gange, die Preise werden in Gallones und Liter angegeben. Aus welchen Gründen auch immer wird eine Kreditkarte von mir nicht akzeptiert, die andere problemlos.
Wir fahren in Richtung Presque Isle. Was ist anders in USA gegenüber CA? Die Straßen sind besser, die Häuser größer und es steht noch mehr motorisiertes „Gedöns“ vor den Häusern als in CA. Und es ist urbaner.
Ich bin ein wenig enttäuscht von Maine, ich hatte so das Bild im Kopf, es sei die Schweiz der USA, ist es aber nicht. Es gibt eher mehr verkommene oder aufgelassene Häuser als in CA und der White Trash ist auch hier präsent mit seinen vollgemüllten Grundstücken und verkommenen Häusern. Auch hier stehen trotzdem neue Autos vor der Türe.
Presque Isle hat wenig Wintersportfeeling. Wir finden die Biathlonarena, die im Sommer noch trauriger aussieht als im Fernsehen im Winter. Ich entdecke beim Zurückgehen zum Auto, die frisch aufgesteckte Flagge der USA samt Stock ist weg.
Wir beschließen, auf die zweite Biathlonlocation Fort Kent zu verzichten und unverzüglich wieder nach Kanada zu fahren. An der Grenze freundliche Korrektheit und eine sehr oberflächliche, eher neugierige Inspektion des Autos. Wir fahren nach Norden in Richtung Mount Carlton. Es regnet und es ist nur noch 7 Grad. Dabei wäre die Tour den Fluss entlang so schön. In Plaster Rock finden wir auf einem Gemeinde-Freizeitplatz einen geeigneten Stellplatz und machen Schluss für heute. Es gibt gebratenen Schellfisch mit Kartoffeln und ein Bier. Was ein Glück, dass wir nicht auf die örtliche, hamburger- und pizzaorientierte „Gastronomie“ angewiesen sind.
Die Temperatur sinkt weiter, aber uns stört das jetzt nicht. Unser Wohnmobil ist schön warm, es läuft leise 50er Jahre-Rock vom iPod und es gibt ein Glas chilenischen Rotweines.
Die Wetteraussichten für morgen sind besser.

04.06.2011 Ein Tag der Flora und Fauna

Es waren zwar abends noch einmal Neugierige da, aber die Nacht war ruhig. Morgens fragte ein älterer Kanadier, wann denn das Frühstück fertig sei, andere ignorierten uns.
Wir bunkern Wasser und „dumpen“, also entsorgen unseres Abwassers und dann geht es los. Wir bummeln in Richtung Norden, Squirls und ein Waschbär kreuzen unseren Weg, ebenso zwei junge Karibus. Wir entdecken eine Biberburg neben der Straße und dann einen mindestens zwei Metern hohen und mehr als 100mtr. langen Biberdamm.
Wir fahren durch Dörfer und sehen doch kaum ein Haus, nur Hausnummern an Einfahrten und dann die unverzichtbare Kirche irgendeiner uns unbekannten Glaubensrichtung.
Im Mount Carleton Provincial Parc halten wir an und wandern auf diesen Mount, eine Dreistunden-Tour auf 840m Höhe, der höchste Berg von New Brunswick. Der Weg ist steinig, eigentlich gehen wir in einem Bachbett und manchmal auch im Wasser. Es erinnert mich an den Aufstieg zum Lusen im Bayrischen Wald. Auf dem Gipfel steht ein alter Feuerwachturm, die Aussicht ist super.
Unten wieder angekommen scheint endlich die angekündigte Sonne und schon fallen die Mücken über uns her. Kaffee trinken im Freien ist nicht. Ich entdecke, dass der Auspuff schief hängt, eine Halterung ist gebrochen. Nichts tragisches, aber nächste Woche ist Werkstatt angesagt.
Auf dem Rückweg aus dem Park heraus läuft uns noch ein junger Schwarzbär über den Weg, zu schnell für ein Foto. Und dann ist da noch der halbzahme  Fuchs bei den Parkrangern.
In Saint Quentin, hier spricht man französisch und alle Beschriftungen sind so, kaufen wir ein und „fischen“ ein freies Internet für einen kurzen Ausflug in die Welt der Nachrichten.
Kein Campground weit und breit, ich entdecke „Chalet und Bar“ und biege ab. Der Besitzer -er spricht kein Englisch- gestattet uns, vor seinen Chalets an einem Bach zu übernachten. Wir besuchen ihn in seiner Bar und bestellen zwei Pastis.  Das Getränk ist ihm unbekannt, also trinken wir Bier. Die französisch sprechenden Kanadier sind halt doch Kanadier, keine Franzosen. Irmi redet mit ihm über die Saison und Gott und die Welt und stellt hinterher fest: Es ist mir schleierhaft, warum Kanada bei Pisa so gut abschneidet. Der weiß nicht, wo Schweden liegt.
Wir ziehen uns in unser Auto zurück, es gibt Steaks und Rotwein.  Irmi backt noch einen Kuchen, damit wir beim nachmittäglichen Espresso nicht auf die pappig süßen Supermarktcakes angewiesen sind.  Da wir das Backpulver vergessen haben, kommen in Wasser aufgelöste Magnesiumtabletten als Ersatz rein, ich werde berichten, wie das schmeckt. Aufgegangen ist der Kuchen auf jeden Fall.
Vieles ist hier für unseren Geschmack einfach zu süß, auch das Bier. Reisen im eignen Wohnmobil hat einfach etwas, aber eine eigene Brauerei ist leider nicht vorhanden. Sauna auch nicht, leider. Wir sollten Lotto spielen, um das nächste Wohnmobil entsprechend ausstatten zu können.



Mal wieder, was uns an Kanada auffällt:
Warum ist hier Ahornsirup doppelt so teuer wie kanadischer Ahornsirup in Deutschland?
Warum sind hier Papierprodukte  (Küchenpapier, Toilettenpapier) doppelt so teuer wie in Deutschland?
An allen Ecken sind Spender mit Desinfektionsflüssigkeit aufgestellt, super.

05.06.2011


Das Wetter hat sich gebessert, wir frühstücken mal wieder draußen und ärgern uns dann über die Mücken, die beim ersten Sonnenstrahl auftauchen. Unser Gastgeber genießt seine Morgenzigarette auf seiner Terrasse und seine kleine Hündin Daisy, selten hat ein Hundenamen so gut gepasst, macht uns einen Besuch und holt sich ein paar Streicheleinheiten ab. Aber auf die Hinterbeine wie gestern zu Begrüßung stellt sie sich leider nicht. Wir verabschieden uns und bummeln ganz gemütlich erst durch die Ausläufer der Apalachen und durch die Gaspé-Halbinsel den Matapedia-River aufwärts in Richtung Norden, St. Lorenz River, en francais Fleuve Saint-Laurant (hört sich fast an wie ein Weinname).  Die Straße ist zum Teil schnurgeradeaus und dementsprechend hat es steile Abfahrten und dann wieder steile Anstiege. Wenn freie Sicht ist, lasse ich den 1017 laufen, so schnell war der noch nie!
An der Grenze zur Provinz Quebec (nach der Überquerung des Patapedia-River) steht ein Schild mit dem Hinweis, dass LKW nur 110km/h fahren dürfen. Na, da war ich ja nur wenig darüber.
Quebec ist anders als NS oder NB. Ein Teil der Häuser wirkt sehr französisch, es sind oft Gärten angelegt und auch Zäune sind vorhanden. Der Rasen ist nicht so großflächig gemäht wie bisher. Die Friedhöfe sind eher so wie bei uns, Gräber mit Blumenschmuck und nicht wie in Maine, Grabsteine mit der wehenden US-Fahne darauf.
Zusätzlich zu den sonst üblichen fahrbaren Untersätzen stehen hier noch Boote vor der Türe.
Wir erreichen Matane am St. Lorenzstrom und schlagartig sind wir im dichten Nebel, die Temperatur ist von 22 auf 10 Grad gefallen. Wir warten auf die Fähre, die um 17:00 ablegt sie braucht zwei Stunden an das Nordufer. Neben uns steht ein Truck mit laufendem Motor, so richtig sind die Dieselpreise noch nicht angekommen hier. Auf ein Schiff nebenan werden Güterwagons verladen.
Die Überfahrt kostet für unser Auto (8m lang) und uns zwei (Seniordiscount!) $137,80.
Die Überfahrt ist sehr ruppig, Irmi hat trotz Tablette mächtig zu kämpfen, die Arme. Nach zwei Stunden haben wir es überstanden und fahren, da es schon spät ist, unmittelbar einen Campingplatz an.
Beim Rangieren muss ich die Sperre einsetzen und wühle ein bisschen im Sand, was sofort Schaulustige anzieht. Ich komme mir vor wie auf einem Campingplatz in der Nähe des Ruhrgebiets, 80% Dauercamper mit der entsprechenden Mentalität, nur sprechen die hier ein unglaublich hartes Französisch. Wenigstens Internet hat er.





Das sind die Etappen der letzten Tage